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Uwe Narkunat: „Alles, was die Stadt voranbringt“

Uwe Narkunat: „Ich favorisiere ein Bürgerfest in ganz Torgau.“ Foto: SWB/HL Uwe Narkunat: „Ich favorisiere ein Bürgerfest in ganz Torgau.“ Foto: SWB/HL

Torgau, 19. 4. 2018.  Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt Uwe Narkunat, Geschäftsführer der Kulturbastion Torgau, warum das Konzept des Elbe Day einer Überarbeitung bedarf.

SWB: Wie sollte sich Torgau touristisch definieren? Als Reformations- und Renaissancestadt? Als Stadt der Begegnung? Oder alles gleichzeitig?
Uwe Narkunat: Genau in dieser Vielfalt! Alles, was die Stadt voranbringt, hat seine Berechtigung.

Torgau ringt um Tourismuskonzepte und Besucher, sucht nach Alleinstellungsmerkmalen.
Der Elbe Day passt wunderbar in dieses Anforderungsprofil, ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt. Allerdings gewinne ich in den letzten Jahren mehr und mehr den Eindruck, dass das Konzept überarbeitet werden müsste. Mit dem Elbe Day lässt sich an das Konzept einer Stadt der Begegnung anknüpfen.

Wie meinen Sie das?
Ich favorisiere ein Bürgerfest für die ganze Stadt sowie ein Bekenntnis für ein Europa und eine weltoffene Stadt, die für Demokratie und Toleranz steht.

Das Anliegen des Elbe Day sollte aktueller denn je sein.
Genau. Das Konzept, welches Anfang 1990 aktuell war, ist heute überholt. In Deutschland und Russland, ja eigentlich weltweit, gab und gibt es massive Veränderungen.

Wie kann man dem Elbe Day neues Leben einhauchen?
Ein Fest, so wie jetzt am Elbanleger, wird dem Ganzen nicht gerecht. Die Torgauer müssen ihren Elbe Day annehmen: In der ganzen Stadt sollten Aktivitäten sein.

Welchen Standort würden Sie bevorzugen?
Dort, wo einst die MENK-Bühne stand, im Schlossgarten. Aber auch die ostelbischen Elbwiesen erwiesen sich in der Vergangenheit als sehr geeignet. Torgau hat schönere und bessere Plätze für den Elbe Day zu bieten als den jetzigen.

In diesem Jahr gibt es mit zwei Veranstaltungstagen eine Sparvariante.
Nein, da widerspreche ich. Der Freitag war in der Vergangenheit oftmals nicht so besucht wie gewünscht. Und die zwei Tage in diesem Jahr sind der Tatsache geschuldet, dass es im Kulturreferat der Stadt einen Wechsel gab und die Zeit ziemlich drängte.

Wie hat sich die Organisation gestaltet?
Wir können von Glück reden, dass wir mit Sarah Lippert von der Stadtverwaltung ein gutes Miteinander und eine gute Zusammenarbeit, ganz im Sinne von Dr. Reiniger, pflegen. Ich bin froh, dass es uns in der Kürze der Zeit gelungen ist, ein qualitativ gutes Programm auf die Beine zu stellen.

Wer saß bei der Planung alles mit im Boot?
Das musikalische Rahmenprogramm organisierte Henri Bibow von der Torgauer Agentur Sündenfrei. Dazu kam, wie erwähnt, Kulturreferentin Sarah Lippert und wir als Teil des Organisationsstabes. Ich sehe die zwei Tage nicht als Sparmaßnahme: Wir haben ein gutes Familien-Programm auf die Beine gestellt, einen Markt der Möglichkeiten.

Ein Trödelmarkt am Elbanleger am Sonnabend, dem 28. April, von 14 bis 18 Uhr, soll sich als Publikumsmagnet erweisen?
Warum nicht? Damit haben wir gute Erfahrungen vor der Kulturbastion gemacht. Einige werden jetzt wieder mosern, was ein Flohmarkt beim Elbe Day zu suchen hat. Aber das ist nur ein Baustein, alle sollten sich für neue Ideen öffnen. Wer Lust hat, kann sich – außer gewerbliche Händler – noch gern per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Telefon 03421 737610 anmelden. Auch Kinder können altes Spielzeug oder nicht mehr benötigte Spiele anbieten.

Trotz nur zwei offizieller Feiertage ist die Veranstaltungswoche gut gefüllt.
Das ist das Ansinnen, eine große Vielfalt zu bieten. Schüler aller Torgauer Schulen sollten sich an der Kranzniederlegung am Mittwoch, dem 25. April, um 14 Uhr, am Denkmal der Begegnung beteiligen. Dieses Datum sollte eine besondere Rolle spielen an Torgauer Schulen im Hinblick auf politische Bildung. Der Elbe Day sollte weniger Ritual, sondern vielmehr Gedenktag mit dem eigentlichen Anliegen, dem Friedensschwur an der Elbe, sein.

Zeitgleich wird an diesem Wochenende in Herzberg das Tierparkfest gefeiert.
Das empfinde ich als nicht glücklich, vielleicht kann der Termin des Elbe Day auch mal in den Mai gelegt werden.

Was haben Sie noch für Vorschläge?
Alles, was zur Belebung beiträgt und wieder mehr Publikum anlockt, würde ich begrüßen. Eine gesunde Mischung, die unserer heutigen Zeit Rechnung trägt, ist genau so wichtig wie eine kulinarische Vielfalt und Mehrwegbecher beim Getränkeausschank.

Für die Kulturbastion stehen die Sommer-Open-Airs vor der Tür.
Die Verträge sind gemacht , die Künstler sind verpflichtet. Auch zum Tag der Sachsen beteiligen wir uns an allen drei Tagen mit einer Bühne im Schlossgarten mit Musik und Kinderprogramm.

Gespräch: H. Landschreiber

Elbe Day in Torgau auf dem Festplatz am Pestalozziweg am Sonnabend, dem 28. April, ab 14 Uhr und am Sonntag, dem 29. April, ab 11 Uhr
Alle Informationen: www.elbeday.de