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Mächtig viel Theater am Fuße der Burg
Das Theater Meißen wartet in der laufenden Spielzeit
mit rund 110 Aufführungen auf

Das Theater Meißen auf dem Meißener Theaterplatz. Foto: Ulrike Keller
Meißen „Däumelinchen“, ein Theaterstück. „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“, eine Show. „Musik der Strauß-Familie“, ein Konzert. So bunt, wie das alte Jahr im Theater Meißen schließt, so vielfältig startet auch das neue: Ende Januar steht neben Lessings „Nathan der Weise“ unter anderem die romantische Tschaikowski-Oper „Eugen Onegin“ auf dem Spielplan. Auch das Kriminalstück „Zehn kleine Negerlein“ aus der Feder Agatha Christies ist gesetzt. Das Theater steckt mitten in der laufenden Spielzeit 2011/12. Einer Jubiläumsspielzeit, denn im November feierte das Haus am Fuße des Burgbergs sein 160-jähriges Bestehen.Von den rund 110 Aufführungen, die bis Juli angekündigt sind, steht noch gut die Hälfte bevor.
Dass die Bühne am Theaterplatz immer noch lebt, ist nicht selbstverständlich. Mit dem Hochwasser im Sommer 2002 drohte das Aus. Um den Wiederaufbau realisieren und den Theaterbetrieb aufrecht erhaltenzu können, hieß die Devise: „Bauen und Spielen“. Während der zweijährigen Sanierung wurde baulich zeitgemäße Funktionalität mit einem Hauch Romantik vereint, der im Innenbereich erhalten wurde. Im September 2004 war die Neueröffnung möglich.
Trotz solcher spannungsreichen Kapitel ist die Meißener Theaterkultur überwiegend nur Einheimischen und Eingeweihten bekannt. Was seine Gründe haben mag: Denn obwohl das Haus mit 442 Zuschauerplätzen einen größeren Saal vorzuweisen hat als die Landesbühnen, verfügt es über kein festes Ensemble. Es ist ein Gastspieltheater. Den Luxus festangestellter Künstler leistete es sich nur von 1935 bis 1963, damals in drei Sparten: Schauspieler, Tänzer und ein Orchester unterhielten ein breites Publikum. Bis zur Auflösung diente das Ensemble Talenten wie Erika Krause, Heinz Liefers (dem Großvater von Jan Josef) und Kurt Kachlicki als Sprungbrett für eine große Karriere. Geschäftsführerin Renate Fiedler ist überaus stolz darauf, dass in dieser Tradition der Ensemblezeit bis heute vier semiprofessionelle Amateurgruppen existieren. Die Chefin zählt deren Eigeninszenierungen zu den großen Stärken des Theaters: Im Februar ist zum Beispiel die Jugendtheatergruppe mit dem Grimm-Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ zu sehen, im März feiert die Theatergruppe SENTHA mit „Phantom Münchhausen“ Premiere, und im Mai bringt die Jugendtheatergruppe eine moderne Version von „Romeo und Julia“ zur Uraufführung.
Als weitere Höhepunkte der Spielzeit nennt Renate Fiedler „tolle Opern und Musicals“. Sie untermauern das klassische Musiktheater-Profil des Meißener Theaters. So gastieren die Landesbühnen im März mit dem Musical „Die drei von der Tankstelle“ und geben im April ihren „Dracula“. Im Juni bringen sie dann die beliebte Nicolai-Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ auf die Bühne. Um verstärkt auch jüngere Leute in den Zuschauerraum zu locken, plant Renate Fiedler künftig mehr Angebote in Richtung Jazz. Veranstaltungen mit Klaus Doldinger und Manfred Krug wurden gut angenommen. Nach diesen Erfolgen will sie nun jedes Jahr zwei große Jazz-Termine setzen. Mindestens.Die Kooperation mit den Dresdner Jazz-Tagen sieht sie dafür als gute Basis.
Ulrike Keller
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