Heimatmuseum in Dahlen wird 100 Jahre jung
Geschichte der Stadt Dahlen
wird unter mehreren Gesichtspunkten plastisch dargestellt

Hartmut Finger ist die gute Seele im Heimatmuseum Dahlen: Die Ausstellung ist mit viel Liebe zum Detaie gestaltet. In diesem Jahr feiert das Museum am Internationalen Museumstag am 16. Mai sein 100-jähriges Bestehen. Foto: SWB/HL
Dahlen (SWB/HL). Dahlen wird gemeinhin als das „Tor zur Dahlener Heide" bezeichnet. Das schmucke und geschichtsträchtige Heidestädtchen ist allein schon einen Besuch wert. Vielleicht lässt sich eine Stippvisite mit der Einkehr ins Heimatmuseum Dahlen in der Wurzener Straße 1 verbinden. Hartmut Finger, der sich vortrefflich „mit altem Kram auskennt", wie er selbst von sich behauptet, referiert mit Fachwissen und anekdotenreich über die ältere und jüngere Stadtgeschichte, kennt die Exponate aus dem Effeff.
Im Heimatmuseum Dahlen wird die Geschichte der Stadt Dahlen, aber auch die frühgeschichtliche Besiedlung auf dem Gebiet der heutigen Stadt dargestellt. Den Schwerpunkt bildet dabei das Leben und Arbeiten in der kleinen „Ackerbürgerstadt Dahlen." Ein Ausstellungsraum ist der besonderen Geschichte des Dahlener Schlosses gewidmet. Die Ursprünge des Heimatmuseums gehen auf das Jahr 1908 zurück. Seinerzeit veranstaltete der „Erzgebirgsverein Dahlen/i. Sa. e.V.", welcher sich als Heimat- und Geschichtsverein verstand, eine umfangreiche Altertumsausstellung. Diese war so erfolgreich, dass man beschloss, die Ausstellung im Jahr 1909 zu wiederholen. Durch den Erfolg befeuert, wurde schließlich im Jahr 1910 eine Dauerausstellung in zwei Räumen der alten Schule eingerichtet, sodass sich in diesem Jahr das Bestehen zum 100. Mal jährt.
Die Ausstellungsräume existierten nur bis zum Jahr 1945, danach wurden die Räume für Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten benötigt. Das Inventar wurde in Kellerräumen und Gängen gelagert. Dabei gingen viele Ausstellungsstücke verlustig. 1955 nahm sich Johannes Fuchs aus Dahlen, ein geschichtsinteressierter Lehrer, der Überreste des Museums an und richtete in einem größeren Raum im Hinterhaus des heutigen Museums wieder eine Ausstellung ein. Er führte bis zum Jahr 1994 das Museum ehrenamtlich. Von 1955 bis 2002 blieb die Ausstellung fast unverändert. Dann schlug die Stunde von Hartmut Finger, der seine Tätigkeit im Museum begann und das Museumsgut inventarisierte, ein Archiv und eine Bibliothek einrichtete sowie Depoträume herrichtete. Öffnungszeiten von Dienstag bis Donnerstag von 13 bis 16 Uhr, Besuche und Führungen sind auch außerhalb dieser Zeiten nach Anmeldung (Telefon: 034361 53401) möglich.