|
|
|

Theater, Theater ...
Es ist die größte Bühne dieser Welt,
ein Platz, gesteuert nur vom Geld.
Es laufen Dramen, auch Opern in vielen Akten.
Der Spielplan wird bestimmt von aktuellen Fakten.
Auch Lustspiele, mitunter sehr emotional,
„Brot und Spiele" das gab´s schon einmal.
Wer sind nun die großen Intendanten?
Sind es riesige Medien und die Banken?
Weltumspannend sind sie verwoben.
Skrupellos wird fremdes Geld verschoben,
um Macht und Einfluss zu erlangen.
Kaum einen konnte man bisher belangen.
Sie selbst treten aber kaum in Erscheinung,
sie suchen sich Darsteller für ihre Meinung
und danken es mit einem Posten
im Aufsichtsrat zu hohen Kosten.
Figuren mit Rhetorik und Sprachgewalt,
dank Hightech es in allen Wohnzimmern schallt.
Propagiert durch große Wahlplakate
erobern sie ihre ersehnten Mandate.
Wenn´s knapp wird, auch durch Überhang,
es manchem gerade noch gelang.
Sie machen Wahlgeschenke und Wahlversprechen,
mit denen sie in der Wählergunst nach vorne preschen.
Später wird kleinlaut zugegeben,
in der Steuerschätzung lag man etwas daneben.
Wir erleben oft zähen Schlagabtausch
mit harten Debatten, teils mit Applaus,
Scheingefechte, verbal umstritten,
die Gürtellinie längst unterschritten.
Es trennen sich aber bald auf allen Listen
die Hauptakteure von den Statisten.
Es zählt jetzt nur noch eine Prämisse:
Die Quote wird bestimmt durch die Kulisse.
Mal Kinderarmut oder Hartz IV,
mal Missbrauchsopfer oder auch Liebe zum Tier.
Der Kundus liefert eine brauchbare Affäre.
Es schwindet die letzte Soldatenehre.
Deutsche Männer riskieren ihr Leben,
wissen nicht mal, für wen sie es geben.
Gut gespieltes Mitgefühl,
wir halten aber fest an unserem Ziel.
Die Soldaten glauben kaum mehr an einen Sieg,
müssen sich sagen lassen,
es sei doch kein Krieg.
Für Gerüchte findet sich immer Nahrung,
was wäre eine Weltmacht ohne Kriegserfahrung.
Eine Volksbefragung wie bei den Eidgenossen
kommt nicht gut an bei diesen Bossen.
Unsere viel gerühmte Demokratie
käme in Gefahr bei solcher Sympathie.
Es sucht jeder nach Wahrheit in diesem Geklungel
und zappt sich durch den Mediendschungel.
Man verliert das Vertrauen in die Obrigkeit,
so entsteht die beklagte Verdrossenheit.
Ein Riesentheater - die politische Bühne,
ein Tummelplatz also für Tolle und Kühne.
Entweder man lässt sich provozieren,
oder kann sich auch grenzenlos amüsieren.
Erhard Gerson, Großbothen
|
„Theater, Theater"
Viele Menschen, bunte Lichter.
Alle Farben und Gesichter,
sieht man heute hier und jetzt.
Jede Reihe ist besetzt.
So farbenfroh und wunderschön,
ist das Geschehen anzusehn.
Die Melodien und der Gesang
voll Harmonie und Elfenklang.
Von den Kostümen und Kulissen,
da ist man völlig hingerissen.
Das Leben kann nicht anders sein,
mal frohgemut, mal bloßer Schein.
Heute strahlend hell, entzückend klar,
voll Wärme, himmlich, wunderbar.
Dann wieder trübe, grau und blass,
das Dasein ist nicht immer Spaß.
Jedoch was du im Leben tust,
ob still du sitzt oder auch ruhst.
Bedenke stets, so sollt es sein,
sei niemals grausam und gemein.
Erfreue Bruder, Mutter, Vater
und spiele öfters mal Theater!
Ricarda Fastabend, Wurzen
|
Theater - Theater
Groß ist die Bühne dieser Welt, auf die Dich das Schicksal hat gestellt.
Klein die Rolle, die Dir zugedacht, darüber hast Du oft gehadert oder gelacht.
Es ist schwer zu verstehen, dass die großen Rollen immer an die andern gehen.
Mühsal, Fleiß von früh bis spät, der Kelch des Glücks stets an Dir
vorübergeht.
Du fängst an, Dich zu verbiegen, um auch mal was abzukriegen.
Du drehst und wendest Dich, alles vergebens. Immerzu schauspielern ist auch nicht der Sinn des Lebens.
Und bald siehst Du ein, nicht jeder kann im Orchester die erste Geige sein.
Theater und Leben kann man vergleichen, in beiden kann man verlieren und alles erreichen.
Dur brauchst nicht sagen, es soll und ich will, das Leben geht meist eigene Wege und Du hältst still.
Es macht auch keinen Sinn, große Rollen zu erzwingen, glücklich bist Du auch oft mit kleinen Dingen.
Im Theater und vielleicht auch im Leben, zählt die Kunst zu mimen und sich zu verstellen.
Kannst Du das nicht, hast Du oft auf der Seele blaue Flecken und Dellen.
Schnell eilt die Zeit dahin, am Ende der Vorstellung sollst Du nicht fragen müssen, soll´s das schon gewesen sein oder war mehr drin?
Die letzte Arie ist gesungen, verklungen der Schlussakkord. Nun musst Du auch wie die großen und die kleinen Mimen von dieser Bühne wieder fort. Spiel Deine Rolle als Mensch so gut es geht, wenn der Vorhang fällt, ist alles zu spät!!
Hans-Jürgen Simon, Grimma
|
So ein Theater!
Manchmal steh ich auf der Bühne ganz allein.
Keiner klatscht und spornt mich an.
Auf meiner Bühne muss ich flexibel sein -
als Aschenputtel oder Hampelmann.
Doch endlich kommt mir die Idee.
Ich klatsche einfach spielend mit,
ich werd gelobt über den grünen Klee,
mit bla, bla, bla, so halt ich Schritt.
Mit einer Maske vor dem Gesicht,
sieht keiner, was ich wirklich fühl.
Auf Auseinandersetzung bin ich nicht erpicht
und spiele mit „Das falsche Spiel".
Theater wird heut großgeschrieben.
Das Stück heißt „Geld, Geld, Geld".
Die Nase hab ich mir platt gerieben,
an dieser kalten Welt.
Auf großer Bühne steh ich still und brav
und lass mich mutlos manipulieren.
Werd ich behandelt wie ein Schaf,
so muss ich ohne Wolle frieren.
Mit viel Theater, Humor und List,
den Finger auf die Wunde legen.
So bleib ich trotzdem Optimist
und kann mich hoffnungsvoll bewegen.
Manchmal bin ich fest gewillt,
die Wahrheit muss nun raus!
Die große Sehnsucht wird gestillt
mit tosendem Applaus.
Auf Brettern, die die Welt bedeuten,
stehen alle Menschen dann zufrieden,
und alle Glocken, die laut läuten,
rufen: „Frieden, Frieden, Frieden!"
Ruth Krüger, Grimma
|
Wofür
Ein Morgen wie immer
Sie geht aus der Tür
Oft ist es ein Kampf
Doch sie weiß ja wofür
Gestern Nacht plagte sie Sehnsucht
Nach ihm und nach ihr
Es gibt Tage, da fragt sie sich:
„Warum und wofür?"
Ihr Blick schweift nach vorn
Wieder liegen Kilometer vor ihr
Viel zu wenig Geld und Ansehen
Bekommt sie dafür
Die Arbeit ist schwer
Doch das erzählt sie nur mir
„Du wirst sehen, es lohnt sich."
Antworte ich ihr
Oft weint sie heimlich
Und träumt sich weit weg von hier
Doch kommt sie nach hause
Dann weiß sie wofür
Er schließt sie jeden Abend
Zärtlich in den Arm
Die Schmerzen verschwinden
Und ihr wird wieder warm
Er bewundert, was sie tut
Fragt zärtlich: „Wofür?"
Sie sieht in seine Augen
„nur wegen dir."
Jessica Heiber, Klinga
|
|