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Haben die Heuschrecken ein Feld leer gefressen ziehen sie zum nächsten weiter. So, oder ähnlich hatte sich das auch mal die Menschheit gedacht. Irgendwann finden wir einen bewohnbaren Planeten und ziehen einfach um. Jetzt hat uns die Realität eingeholt. ...

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Theater des Lebens

Der Vorhang hebt sich langsam,
das Publikum, es schweigt,
gespannt, was das Theater des Lebens
ihnen heute zeigt.

Das Stück ist einfach und trivial,
nur zwei Rollen findet man.
Zum einen eine schöne Frau,
zum andern einen netten Mann.

Gespannt schaut er auf seine Uhr,
er sehnt sich schon danach.
Ein neuer Morgen, ein neuer Versuch,
heute ist sein großer Tag.

Im Zug schaut er zu ihr.
Sie liest ein Buch, wie immer.
Sie regt sich nicht und ihr Blick
scheint heute so starr wie sonst nimmer.

Sie redet nicht mit ihm,
sie grüßt nicht und schaut auch nicht auf.
Sie ignoriert die ganze Welt,
sie konzentriert sich nicht darauf.

Das Buch ist schlicht und modern,
eines, das zu ihr passt.
Fast jeden Tag sieht er sie so,
immer lesend, ohne Rast.

Gebannt verfolgt sie die
sich immer wieder reimenden Zeilen.
Verfolgt dabei den steten Rhythmus,
ohne auch nur kurz zu verweilen.

Die Poesie, die sie so sehr liebt
schenkt ihr viel Ruhe und Kraft,
so bleibt sie ruhig und gelassen,
wenn sie das Leben mal wieder schafft.

Der Zug, er hält, und lässt die vielen Menschen
aus den zu kleinen Türen.
Er sieht sie vor sich laufen, versucht,
sie nicht zu verlieren.

Das Haus ist groß und atmet
die pflichtbewussten Leute ein,
die dem Zwang des Geldes folgen,
um nicht irgendwann arm zu sein.
Das gleiche Haus, ein großer Raum.
Er will sie fragen, jetzt?.doch nein.
Er traut sich heute nicht,
er lässt es besser sein.

Er sagt sich, morgen ist ein neuer Tag
an dem er es versuchen kann,
bis dahin bleibt er seiner Rolle treu,
der des nach der Frau schmachtenden Manns.

Das gleiche Haus, der gleiche Raum.
Ihr Blick schweift kurz hinüber.
Er glaubt es kaum und lächelt dann,
doch sie lacht nur darüber.

Auch sie bleibt ihrer Rolle treu,
hält ihr Konzept stets bereit.
Für sie ist sie der größte Spaß,
die Rolle der unnahbaren Schönheit.

Der Vorhang fällt und es bleibt verhüllt,
wie dieses Drama endet
und trotzdem scheint es absehbar,
dass sich das Schicksal des Mannes nicht wendet.

Ein neuer Tag, ein neues Stück.
Das Theater des Lebens hält Neues bereit.
Das Publikum lehnt sich gespannt zurück.
Mal sehen, was das Leben uns heute zeigt.

Julia Fritzsche, Mockrehna OT Audenhain

Es war einmal

Vor vielen, vielen Jahren,
als wir noch Kinder waren
in einer schweren Nachkriegszeit,
kein Fernsehn gab´s wie heut,
doch eines werd ich nicht vergessen,
viel wichtiger als mag´res Essen,
dass Torgau, meine Heimatstadt,
einst ein Theater hat´.

Im Monat einmal war´s so weit,
herausgeputzt im schönsten Kleid
(natürlich nur aus 2. Hand,
was aber niemand störend fand),
stolzierten wir durch Torgaus Straßen,
platzierten uns, wo einst die Mönche saßen,
im alten ehrwürdigen Raum
und wagten hier das Atmen kaum.

Der Gong ertönt´ein drittes Mal,
die Spannung stieg im vollen Saal.
Dann war´n wir mittendrin im Tannenwald
bei Peter Munk, des Herz aus Stein und kalt.
Sein warmes Herz in Michels Glas,
dies Pochen ich niemals vergaß.

Margot Weiß, Torgau

Ein Theater ist die Welt

Sind wir einfach mal ganz ehrlich,
leben wir nicht ungefährlich,
weil uns eine laute Welt
jeden Tag in Atem hält.
Eingefangen von Gerüchten,
wovon Medien berichten.
Wirtschaftskrise, Klimawandel,
illegaler Menschenhandel,
Manipulation mit Genen,
Hass und Neid im Reich der Schönen.
Ganz egal, wovon man spricht,
früher gab es so was nicht.

Sind erstaunt, manchmal frustriert,
aber b e s t e n s informiert.
Haben nicht einmal vermisst,
was uns wirklich wichtig ist.
Und so lassen wir uns blenden,
fast bereit, Applaus zu spenden.
Schaun gebannt dem Treiben zu,
denn es lässt uns keine Ruh.
Etwas zieht uns magisch hin auf die Bühne.
Mittendrin.
Bunt geschmückt mit wahren Lügen,
die wir uns gerade biegen.
Sind Figuren in dem Spiel,
weil es diese Zeit so will.
Ist so einfach, so bequem,
alles rosarot zu sehn,
durch ein Fenster zu betrachten.
Ohne auf sich selbst zu achten
man der Wirklichkeit entrinnt,
bis ein neues Stück beginnt.

Ein Theater ist die Welt,
die uns stets in Atem hält,
solang - bis der Vorhang fällt.

Petra Vetter, Riesa


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