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Haben die Heuschrecken ein Feld leer gefressen ziehen sie zum nächsten weiter. So, oder ähnlich hatte sich das auch mal die Menschheit gedacht. Irgendwann finden wir einen bewohnbaren Planeten und ziehen einfach um. Jetzt hat uns die Realität eingeholt. ...

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Theater, Theater

Das ganze Leben gibt´s nur Theater,
zuerst hat´s die Mutter, auch manchmal der Vater.
Und ist das Kind erst zur Welt gebracht, gibt´s "Theater"
so manche Nacht.
Werden die ersten Schritte gemacht und dabei wird
„hingekracht", Tränen fließen und wird gelacht?!
Nein, es wird Theater gemacht...

Das Kind will keinen Spinat essen, es hat die Hausaufgaben
vergessen, der Lehrer ´nen Spruch ins Klassenbuch gemacht und
Fritzchen hat ängstlich an den Abend gedacht...

Die Mutter ist gereizt, der Vater hat ´nen Kater und
vergaß die Karten fürs Theater...
Das haben sie nun zu Haus, nur leider ohne Applaus...
So mancher Tag bringt „Theater" -
oft sind wir darauf nicht bedacht,
nur gut, wenn´s trotzdem Freude macht.

Drum sollte man das Beste daraus machen,
auch mal über sich selber lachen und wenn der letzte Vorhang
fällt, hilft dagegen auch kein Geld...

Elvira Endruschate, Wülknitz

Die schönste Nacht

Und wir standen am Waldesrand und lauschten,
den lieblich klingenden Tönen.
Und es klang so berauschend,
wie von Gottes Söhnen.

Und wir lauschten Engelszüngchen,
die die schönsten Lieder sangen,
und wir sahen Sterne klein wie Pünktchen
wie sie am Himmel hangen.

Und wie die Grillen zirpten,
mit ihren kleinen Beinen,
ließen wir es wirken,
das leise leichte Weinen,
das plötzlich wurde lautes Heulen,
war bloß der Wind, in den Bäumen.

Und so endet die schönste Nacht,
mit ihren Wundern und Melodien in ihrer Pracht.

Jake v. Blumstengel, Beutersitz

Der letzte Vorhang

Der letzte Vorhang ist gefallen
und ich schminke mein Clowns-Gesicht ab,
welches mich mein Leben lang begleitet hat.
Tag für Tag, Woche um Woche, Jahr für Jahr
stand ich auf meiner Bühne und begeisterte die
Menschen.
Sog ihren Applaus in mich auf und zehrte davon bis
zur nächsten Show.
Auf der Bühne vergaß ich meine Leiden und spürte in
diesen Augenblicken nicht die Wunden, die sich in
meiner Seele breit gemacht hatten. Für das Publikum war ich
Freudenspender, Spaßvogel, eine Art Glücksbringer.
Nicht der gebrochene Mann, der in seiner „normalen" Welt
keinen Halt fand und dessen Augen ihren eigentlichen Glanz
längst verloren hatten.
Nach jeder Verwandlung war ich gezwungen, der ungeschminkten
Wahrheit ins Gesicht zu schauen.
Mein Leben war das Theater, in dem ich mich tatsächlich auf ein
Neues belogen habe.
Nun heißt es, Abschied nehmen, denn meine Zeit ist um.
Bevor ich gehe, betrete ich noch einmal die Bretter, die meine
Welt bedeutet haben und verneige mich ein letztes Mal vor den
Rängen.
Hier wurde ich gefeiert, geliebt und durfte einfach nur sein.
Mehr wollte ich nie!
Macht´s gut Freunde, es wird jetzt Zeit für mich.

Mathias Juncke, Torgau

Theater -Wirklichkeit

Es wird leiser
der Vorhang schleicht weg
Flutlicht stellt
die nackte Bühne
zur Rede.

Langsam wandert das Licht
eine Gestalt nähert sich
dem Bett
mitten auf der Bühne
worin leblos thront
eine schlafende Prinzessin.

Hinter der Maske
aus Eitelkeit
und Grobheiten
schimmert der Diamant
eines noch weitgehend
ungeschliffenen
Daseins.

Wenig, zu wenig
versteht er sie
und sie ihn
es ist nicht nötig
zu hören,
was unser Gegenüber
nicht gesagt hat.

In aller Stille
streiten sich Gesichter
Gesten und Mimik,
kommen keinen Deut voran
im Verständnis
des gleichzeitigen Seins
auf Probe.

Der Vorhang eilt
die Welt zu verbergen
die Schatten
den Spiegel unserer Realität
mit Flutlicht
stillen Schreien
und Masken.

Wenn wir sie sonst fliehn
diese unangenehmen
Wahrheiten
hier wird gelauscht
es sind nur die andern
die so was erleben
wir
- zum Glück -
nicht.

Brit Schweitzer, Elsterwerda


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