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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
Die Flut 2002
(Grimma und andere im Sommer 2002)
Alles aus, alles verloren,
alles Glück scheint vorbei.
Nur der Schmerz, der ist geblieben.
Die Flut quält zum Schrei.
Wozu hab ich geschuftet?,
wozu hab ich die Hände bewegt,
Wenn alles den Fluten entschwunden,
die Hoffnung im Dunkel untergeht?.
Im August , da kam es runter,
raubte uns das letzte Gut.
Solidarität, die kam aus Deutschland,
schaufelte uns frei den Mut.
Soll´s ich noch einmal wagen?
Gibt mir noch jemand Geld?
Soll ich mich beim Herrgott beklagen
oder bestell ich doch das Feld?
Andreas Poschadel
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Ich
Wer bin ich
und wie siehst du mich?
In den Augen der Welt
bin ich bestimmt kein Held.
Viel zu ruhig, oft gehemmt,
manchmal gar etwas verklemmt.
Mit Piespsstimmchen sag ich nur leis, was ich will,
mag es lieber friedlich und still.
Mein Bestreben gilt der Harmonie
und laute Konflikte löse ich nie!
Auch wenn ich oft den kürzeren ziehe,
so sehr ich mich dabei auch mühe.
Vielleicht schätzt du mich besser ein,
tolerierst mein wahres Sein.
Ich sehe nicht wie ein Model aus,
eher nach Marke graue Maus.
Doch interessiert mich etwas richtig,
sind alle Bedenken null und nichtig!
Dann kann ich richtig Funken sprühen,
brauche um Beifall mich nicht mühen.
Mein größtes Hobby, die Musik
ist so viel mehr als nur ein Tick.
Doch manchmal könnte ich beschwören,
keiner will mich singen hören.
Dann bin ich wieder ziemlich leise,
geh in mich zurück auf meine Weise.
Und komm aus meinem Schneckenhaus
für ein paar Tage nicht mehr raus.
Kannst du mich vielleicht doch versteh´n
und tief in meine Seele sehn?
Ich gebe viel auf meine Träume,
sind diese auch vielleicht nur Schäume.
Doch wär die Welt wohl öd und leer,
gäbe es keine Träumer mehr.
Mehr Phantasie auf dieser Welt,
dass ist es, was ihr heute fehlt!
Wenn du mit mir lachen magst,
an meinen Zweifeld nicht verzagst,
am Ende entdeckst du vielleicht
meine wahre Persönlichkeit.
Alls Gegenzug erkenne ich
(vielleicht) dich.
Manuela Trapp, Kleinbardau
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Der rechte Weg
An manchen Tage frage ich mich:
Welcher Weg ist der rechte für mich?
Wie soll ich handeln, was soll ich tun?
Was ist das einzig Wahre nun?
Gedanken kreisen hin und her
jedoch, ich zweifle immer mehr.
Kann ich die Lösung in Büchern finden?
Lässt sie sich in Gesprächen ergründen?
Noch während ich grüble, ich kann es kaum glauben,
da fällt´s mir wie Schuppen von den Augen:
Wenn mir Sorgen und Zweifel plagen,
muss ich allein mein Herz nur fragen.
Dann find´ich den Weg, den ich gehen muss,
dann endlich ist mit den Zweifeln Schluss.
Ich weiß, mit dem Herzen seh´ich gut,
das gibt mir Kraft und macht mir Mut.
Lisette Röpke, Kröbeln
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Traum 1987
Inmitten von Willkür und ummauertem Raum
heb den Blick ich gen Himmel und träum meinen Traum:
Ich wollt´, ich wär´eine Wolke
und Ostwind müsste wehen,
was verboten ist dem Volke
könnt von oben ich besehen.
All die deutschen Städte,
die Alpen und den Rhein
und wenn der Wind aushielte:
Paris auch an der Seine.
Oh Wolken ihr da droben,
nehmt meine Träume mit.
Was zu fein gewoben,
das Leben meist zertritt.
Vielleicht bricht eines Tages
die Mauer doch entzwei.
Niemand heute sagt es,
doch ein Traum ist frei.
Das Leben, das erfüllet große Wünsche kaum.
Deshalb verzeihet, es war ja nur ein Traum.
Udo Wellhausen, Belgershain
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Vertrieben
Nichts ist geblieben.
Aus. Vorbei.
Alles entzwei.
Heimat entschwunden.
Blumen am Wegesrand -
senken die Köpfe.
Fragend sehen wir uns an.
Warum müssen wir gehen?
Früh um fünf,
raus aus dem Haus,
mit Sack und Pack,
mit Hund und Katz.
Die Decke unterm Arm
hält eins der Kinder
auf dem Holzwagen warm.
Nachbarn den Blicken
entschwunden.
Vertraute Landschaften am
Horizont versunken.
Das Heim, längst nicht mehr mein
ein neues Zuhause noch längst
nicht gefunden!
Andreas Poschadel
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