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Na, dann wollen wir Sie mal abhören, hat früher der Arzt immer gesagt. Heute sagt das der Verfassungsschutz. Der sieht nämlich rot. So rot, dass er sogar Mitglieder der Linken im Bundestag abhört oder, wie es offiziell heißt, beobachtet. …

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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes

Zum „Ich" gehört stets ein „Du",
sonst hat der Mensch je keine Ruh´.
Das Herdentier benötigt ein „Wir".

Ein halbes Ginko-Blatt
ist viel zu matt zum Leben.
Stattdessen
solltest Du das „Wir" niemals vergessen.

Dr. Jürgen Leidert, Riesa

Ein bisschen mehr Wir

Ein bisschen mehr Wir und weniger Ich
Ein bisschen mehr Liebe und nicht nur für sich.
Dankbarkeit zeigen und nicht so viel Streit
Den anderen achten und weniger Neid.

Das alles ist einfach,
Es ist nicht sehr schwer.
Sonst ist unser Leben
Nur sinnlos und leer.

Anita Schilling, Leisnitz

Meine Welt

Windschattennah steh ich am Horizont
ragender Silberkoloss verdunkelt die Erde
Ist das meine Welt?

Betonriesen durchbrechen ruhend den Lärm
aufgewühlter Alltag im Großstadtlicht
Ist das meine Welt?

Hektisches Menschengetümmel zerklüftet
das Sein zwischen Oberschicht und Untergrund
Ist das meine Welt?

Zartes Grün träum ich
im Farbenmeer spiegelt sich meine Welt
der Vielfalt und Hoffnung

Katrin Schröder, Gröditz

Mein Weg

Des Wortes Macht gibt mir die Kraft
im Leben schreib ich nieder,
was andern auf der Seele liegt,
geb ich in Briefen wieder.

Des Tieres Leid raubt mir die Ruh,
ich wollte es verhindern,
drum strebt' ich mittels der Natur,
die Krankheit mild zu lindern.

Der Kunst in Vielfalt zugedacht
im Singen, Dichten, Malen
probierte hier und da mein Glück
und blieb trotzdem bei Zahlen

Meiner Berufung folgend möcht' ich
den weiten Weg des Herzens gehen,
mit Lust und Neugier werd' ich lernen
und nimmer auf der Stelle stehn

Katrin Schröder, Gröditz

„ ICH und die STERNE“

Ich saß traurig im Wald unter einem schattigen Tann;
da kam er daher, ein schon sehr alter Mann.
Ich fragt ihn, mach Rast mit mir;
er sagte, kann nicht, muss weiter - fort von hier!

Warum gehst Du gebückt den dunklen Waldweg hinein;
er antwortet, ich suche die Sterne, das Leben kann doch so noch nicht zu Ende sein ?

Ich blicke durch eine Wolkenlücke nach oben
und sehe die Sterne,
ich bin doch erst 18, ich merke,
mich treibt es in die Ferne.
Kann ich es schaffen, zu den „Sternen zu fliegen“
oder muss ich mit 80, wie der alte Mann,
mich mit dem Suchen begnügen?

Ich schwöre mir hier und heute unter dem Tann,
ich will zu den Sternen,
nur ich und kein anderer --- jetzt packe ich mein Leben an!

Peter Meyer, Bad Liebenwerda


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