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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
Das Ich der Politik
Ich bin der Volksvertreter,
denn ihr habt mir vertraut.
Nun bin ich der Gewählte,
der blühende Landschaften baut.
Den Wohlstand werd ich schaffen,
sozial und auch gerecht.
Ihr müsst nur daran glauben,
dann geht es euch nicht schlecht.
Ich bring euch aus der Krise
- in die ich euch geführt.
Auch wenn dabei manch "Kleiner"
sein Hab und Gut verliert.
Ich sage stets die Wahrheit,
auch wenn die manchmal lügt.
Ich finde mich unfehlbar
und habe stets gesiegt.
Den Menschen bring ich Frieden.
Verluste zählen nicht.
Auch wenn so mancher Mutter
dabei ihr Herz zerbricht.
Und geh ich mal in Rente,
dann weiß ich ganz genau:
Mir folgt ein neues "Ich"
- das ist genau so schlau.
Frank Scholze, Brandis
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Ich und die anderen
Wie ein Korn in einer Wolke aus Staub,
lebe ich unter Millionen von Menschen.
Werde getrieben von einer eilenden Zeit,
mitten in einem Strudel von fallendem Laub.
Was kann ich tun, was fange ich an,
dass ich nicht länger ohne eigenen Willen
gehorche der Masse, die um mich herum
bestimmen will, wie ich leben kann.
Kein einziger Tag sollte so noch vergehn,
wo ich spüre, dass ich nicht derjenige bin,
der etwas tut, was er nicht will,
so dass Dinge nach anderer Wille geschehn.
Dafür muss ich stark sein, darf nicht verzagen.
Beharrlichkeit zeigen und aus Fehlern lernen.
Um danach gestärkt und an Erfahrung reicher,
es allen an meiner Seite zu sagen:
Ich bin kein Staubkorn, denn ich bin ich.
Um mein Leben zu formen, so wie ich es mag
und dabei zu wissen, dass nicht alles gelingt.
Kommt helft mit dabei, lasst mich nicht im Stich!
Frank Scholze, Brandis
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Sommertag
Ein Sommertag im Juli der 7. war`s
Als ich drinnen auf dem Sofa saß.
Nach dem Regen ich noch mal nach draußen schaute,
ob der Wind nicht doch zu sehr hauste.
Ich geh übern Hof und schau mich um,
20:52 zeigt der Uhrzeiger schon.
Was lugt denn zwischen den Bäumen da durch?
Ein Regenbogen, wie Sonne und Regen ihn schuf.
Und wieder wird mir klar,
wie schön der Sommertag eigentlich war.
Viele Leute können das nicht verstehen,
aber viele Dinge muss man eben einfach nur sehen.
Silke Reinisch, Schraden
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Frei sein
Frei sein wie ein Vogel im Wind
lachen wie ein kleines Kind.
Nicht im Käfig gefangen sein
immer aus Leibeskräften schreien.
Frei sein wie ein Fisch im Nass
leben ohne jeden Hass.
Nicht im Netz zu hängen
frei von allen bösen Fängen.
Frei sein wie ein Tiger an Land
mit dem Glück in deiner Hand.
Nicht mit einem Gewehr bedroht werden
für immer glücklich sein auf Erden.
Peggy Krzywinski
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Lassen
lass dich küssen
und vermissen
lass dich ehren
und begehren
lass dich spüren
und berühren
lass dich aber niemals schlagen
und dir harte Worte sagen
denn dann hilft kein Lassen mehr
doch tuen ist doppelt so schwer
doch das Leben ist nicht immer gut
denn auf die Ebbe folgt die Flut
Peggy Krzywinski
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