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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
„Ich“
Wenn du mich fragst, wo ich bin
sag ich: gestern … vielleicht.
Wenn du mich fragst, wann ich komme
sag ich: ohne Hast … eventuell.
Wenn du mich fragst, ob ich glücklich bin
sag ich: wegen des Wetters … möglicherweise.
Und du versuchst, mich zu halten
mich zu drehen, zu falten
mich zu sehen durch Kreise
in des Wimpernschlags Weise
die der Stein im Wasser malt.
Gezahlt
ist die Schuld vergangener Tage,
ist der morgige Schritt ins nasse Gras
Das Heute ist Staunen
ist Hier
ist Ich im warm-kalten Regen des Seins.
Sicher ist,
dass nicht sicher ist,
was Ich ist
Wenn du mich fragst, wie ich heiße
sag ich: DU …Wind,
zerreiß mir die Bänder und heb mich ins Weite.
Auf dass ich Rahmung finde
in deiner hellen Grenzenlosigkeit.
Nicole Hitziger, Naundorf
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Der Dieb
Du fragst, was ich hier schreib?
also erzähl ich’s und nun schweig,
es ist eine Geschichte mit viel Liebe,
und einem bösem Diebe.
Dieser nahm mir alles, was ich wollt.
Dieser böse Unhold,
er nahm mir mein einz’gen Schatz,
und machte mit ihr viel schmatz, schmatz.
Ich wütend, tobend, rot
wünschte mir sofort den Tod.
Das er mich befreit von meiner Qual,
dass es nur sei das letzte Mal.
Doch er kam nicht der süße Tod,
es fuhr wieder ab Charons Boot.
Es packte mich des Lebens Energie,
und ich freute mich und schrie!
Dass ich überlebt den Sensenmann.
der mich erst mal nicht holen kann.
Nun geht es weiter, das fröhliche Leben,
und nach einer Freundinstreben.
Was soll ich sonst im Leben machen?
Außer mit einer Freundin lachen?
Sie ist der Herzensseele rein,
und ein Teil des Herzbluts mein.
Lucas Schmidtchen, Kraupa
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Was bin ich in der Welt schon?
Vielleicht wie die Blume Mohn?
Von außen so schön und toll,
aber innen mit boshaft voll.
Nein, ich glaub, das bin ich nicht.
Lieber doch ein kleiner Wicht.
Der viel macht in seinem Leben,
doch kein Ziel, wonach er streben.
Doch das haut auch nicht hin.
Ich weiß nicht, wer ich bin.
Mir fällt es ein schlagartig:
Ich bin einfach einzigartig.
Lucas Schmidtchen, Kraupa
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Entspannung
Wenn nach einem stressigen Arbeitstag
ich diesen lieber streichen mag,
wenn den ganzen Tag lang gar nichts klappt
und ich der Polizei auch noch Geld zu löhnen hab,
dann muss ich raus in die Natur,
mich entspannen, Ruhe tanken, pur,
Rasen mähen, im Garten wühlen,
mich richtig schmutzig machen, Erde fühlen.
Ich schau den Vögeln bei der Futtersuche zu,
dabei finde ich dann meine innerliche Ruh.
Einfach das Rauschen des Windes genießen,
dann lass ich mir den Tag nicht mehr vermiesen.
Am nächsten Morgen hab ich den Stress schon abgehakt
und freue mich auf einen tollen Tag.
Silke Reinisch, Schraden
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Ich blicke zurück !
Blicke ich hundert Jahre zurück,
da wurde meine Mutter geboren.
Danach kam bald der 1. Weltkrieg
mit all seinem Schrecken und Tod!
Blicke ich siebzig Jahre zurück,
da wurde ich geboren.
Der 2. Weltkrieg war bereits in vollem Gange
mit noch mehr Zerstörung, Not und Tod!
Blicke ich vierzig Jahre zurück,
da wurden meine Kinder geboren.
Deutschland war in zwei feindliche Teile geteilt,
nur gut,
statt heißem gab es nur den „ Kalten Krieg“!
Blicke ich zehn Jahre zurück,
da wurden meine Enkel geboren.
Deutschland nun schon ein Jahrzehnt friedlich wiedervereint,
die friedliche Revolution im Osten hatte geschafft
was lange für unmöglich scheint !
Heute in der meist friedlichen Welt
kann man leben, wie es einem gefällt.
Ein Blick nach vorn,
den täte ich gern,
wie wird unsere Welt aussehen,
in 100 Jahrn ?
Heidemarie Meyer, Bad Liebenwerda
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