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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
Wenn mein „ICH“ mal aus der Bahn
und die Seele aus dem Takt,
hab ich ein Ziel, es ist ein Baum.
Dort leg ich mich ins Gras,
träum meinen Traum,
kann den Vogelstimmen lauschen,
an Blütendüften mich berauschen.
In den Zweigen ist ein Singen,
Eichörnchen um die Wette springen.
Ein leichter Wind lässt Gräser schwingen,
die Käfer an den Halmen ringen
um ihren Sitz,
doch keiner fällt
von seinem Thron.
Ein Milan zieht am Himmel seine Kreise,
nach Beute steht gewiss sein Sinn.
Die kleine Maus hat ihn entdeckt
und sich ins Unterholz versteckt.
Ein Froschkonzert vom nahen Weiher
und Glockenklang klingt an mein Ohr.
Die Bienen bringen mich mit ihrem Summen
zum Träumen.
Oft schlaf ich ein, träum meinen Traum
beim Freund, dem Baum.
Beim Erwachen bin ich dann
mit „Ich“ und Seele
im gleichen Takt.
Herta Rudolph
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Ich
Geboren wurde ich, erzogen und geformt.
Ich bin gewachsen, nicht nur an Maßen.
Ich liebte und Boshaftes vergab ich.
Untergeordnet vernahm ich Dinge, die ich so nicht sah.
In meinem Inneren spürte ich dass ich wer bin, fragte nach den Lebenssinn.
Soll ich mich wichtig nehmen oder nicht?
Ich möchte in den Spiegel schauen mit lachendem Gesicht.
Nun bin ich schon, oder aber erst , über fünf Jahrzehnte alt.
Mal war mir heiß, mal war mir kalt.
Doch brauchte ich die Zeit, um zu erkennen,
das Leben lebenswert zu benennen.
Denn ich bin ich und du bist du.
Drücken auch manchmal die Schuh.
Ich stehe dort, wo ich jetzt bin,
jede Zeit hat ihren Sinn.
Und ganz wichtig finde ich, dass ich bin.
Brigitte Zehmisch, Bad Liebenwerda
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Und ich ringe nach Luft
Fast ersticke ich, ringe nach Luft.
Luft, die man braucht zum Leben, zum Leben in dieser zweckrationalen Welt.
In jener unaufhaltsamen, scheinbaren haltlosen.
Fremde Bestimmungen bringen mich nahezu zum Ersticken.
Aber ich wage den Schritt zur Rückkehr, zu den Ursprüngen unseres Lebens ,
zum elementaren Gefühl des Menschseins.
Wie bin ich süchtig, auf die ersten aufbrechenden Sonnenstrahlen des Morgens.
Spürbar ist die Wärme des Lichtes, welche in mir hinaufsteigt.
Und wie ist es schön , dass ich eben beim Öffnen des Fensters
nach einer langer schlaflosen Nacht, gestört von den Lauten unserer mobilen Welt ,
noch die Erde wahrnehmen kann.
Feuchtwarme Luft zieht durch meine Nasenflügel ,
weil sich Regen und Sonnenstrahlen am Vortag vereinten.
Ich sehe, wie der Wind mit dem Licht in den Bäumen spielt.
Einfangen werde ich diese Augenblicke , dieses Spüren der elementaren Gefühle
der Friedlichkeit, festhalten und gegenüberstellen unserer hasterfüllten Zeit.
Brigitte Zehmisch, Bad Liebenwerda
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Ich lebe
Wunderbar
Zu leben.
Mein Dasein nutzen.
Ich frage, denke, fühle.
Endlichkeit.
Sandra Süße
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Ich
Mensch
Zukunft Streben
Gedanken Gefühle Liebe
lebendig hilfsbereit Ich dickköpfig (un-) glücklich
lächeln zweifeln suchen
arbeiten fragen
hoffen
Sandra Süße
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