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Na, dann wollen wir Sie mal abhören, hat früher der Arzt immer gesagt. Heute sagt das der Verfassungsschutz. Der sieht nämlich rot. So rot, dass er sogar Mitglieder der Linken im Bundestag abhört oder, wie es offiziell heißt, beobachtet. …

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Wer ist ein Held?

Wer ist ein Held?, schon oft stellt ich mir diese Frage,
bin ich ein Held?, sei ehrlich, sage.
Einen Helden kann man nicht erkennen,
man muss nur seinen Namen kennen.
Ein Held ist der, der Werte schafft,
für seinen Staat mit seiner Kraft.
Ich wird mich fragen, jetzt ist Zeit –
bin ich für eine Tat bereit –
für ein schönres, besseres Leben,
damit wir all das Ziel erstreben?

Das Ziel heißt Friede auf der Welt,
wer dafür kämpft, der ist ein Held!

Helmut Schipke, Zeithain

Das „Ich“

Der Mensch erfand das Wörtchen „ICH“,
um, wenn es nötig, eigentlich
sich darzustellen anderen,
den weniger Bekannteren,
um mitzuteilen, was er macht,
was er bereits schon hat vollbracht,
was er gelernt und was er kann,
auch was er lieber nicht getan.

Selbst das, was er sich vorgenommen,
wozu er bisher nicht gekommen,
wird dargestellt und preisgegeben
und dazu braucht das „ Ich“ man eben.

Doch oftmals kann kein Mensch erkennen,
um es beim Namen mal zu nennen,
berichtet hier gar ein Aufschneider,
der sich nur groß tun möchte, leider
oder einer, der mal laut,
auf sein wahres Leben schaut.

Gehört er gar schon zu den „Alten“,
die allzu gern mal Rückschau halten,
so voller Stolz, was sie geschafft,
wo sie verbrauchten ihre Kraft,
denen sei gestattet sicherlich,
dass sie verwenden dieses „Ich“.

Christian Kaule, Glaubitz

Zwischenbilanz

Nicht jeder Traum in Erfüllung gegangen,
nicht jedes Haus, das ich baun wollte, steht.
Doch mit den Jahren vorangekommen.
Die Spur, die ich zog, ist nicht ganz verweht.

Manches Mal auch auf die Nase gefallen.
Wie oft ging der Schmerz tief unter die Haut.
Bin aber stets wieder aufgestanden
und hab mich erneut auf den Weg getraut.

Seh manchmal nach hinten beim Vorwärtsgehen,
muss schließlich wissen, was ich schon geschafft.
Weiß ich, wie weit ich vorangekommen,
teil ich besser ein die eigene Kraft.


Refrain:
Auf der Stelle treten oder liegen bleiben –
wer hält das auf Dauer aus?
Sich selber immer weitertreiben,
sich sagen: Mach was daraus!

Manfred Allner, Riesa

Nächtlicher Disput mit Herrn Heine

Einmal im Jahr, am späten Abend,
kommt mich Herr Heine besuchen.
Wir plaudern über die Literatur
bei weißem Bordeaux, Kaffee und Kuchen.

Herrn Heines Gedanken sind immer gut,
so gar keine Geistergedanken.
Begeistert bin ich von seinen Reden,
nur letztens geriet ich leicht ins Wanken.

„Du hast“, so fing er zu sprechen an,
„endlich mal bessre Gedichte geschrieben.
Daran ändert auch die Tatsache nichts,
dass du noch drauf sitzen geblieben.

Mach dir nichts draus, so geht es uns Dichtern,
wir werden am Anfang immer verkannt.
Schreibe nur weiter und schreibe noch besser
und steck nicht den Kopf in den Sand.

Und such nebenbei dir einen Protektor,
den braucht man nun mal, nicht nur in der Kunst.
Man kommt nicht weiter in diesem Leben,
fehlt einem eines Großen Gunst.

Doch achte darauf, dass er groß genug ist
und du ihn bei Lebzeiten nicht überwächst.
Das nähme er übel, ich kenn solche Leute,
sie wollen, dass du dich nach ihnen streckst.“

„Herr Heine, Herr Heine, wie reden Sie heute!
Das kann ich doch niemand erzähln!
Wir leben nicht mehr in Ihrem Jahrhundert!
Sie sollten die Worte bedachtsamer wähln!

Bei uns braucht kein Mensch mehr einen Protektor
oder sonst eines Einflussreichen Gunst.
Erfolge muss man sich selbst erringen.
Es zählt nur das Können, auch in der Kunst.“

Da gingen Herrn Heine die Augen fast über.
Er trank sein Glas auf einen Zug leer.
„Es leben die neuen, die besseren Zeiten!“
so sprach er, die Zunge wurde ihm schwer.

„Nur eins möcht ich wissen, eh ich mich verflücht`ge.“
Er reichte mir schon seine Hand.
„Warum bist du, obwohl gut geworden,
in diesem Lande noch nicht bekannt?“

Manfred Allner, Riesa

Ich hab nicht mehr viel Zeit
und werde keinen Tag verschenken.
Selbstvertrauen ist das Wort,
meine Zweifel werf ich über Bord.
Mein „Ich“ steht auf dem Tagesplan,
schau jeden Morgen in den Spiegel,
sag ja zum „Ich“,
werde meine Zweifel besiegen.
Es bleibt mir nicht mehr viel Zeit
auf dem Weg in die Unendlichkeit.

Herta Rudolph


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