|
|
|

Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
„Das gemeinsame Haus, die Erde“
Was bedeutet für mich ein Haus,
wo ich weiß, da schaut keiner raus?
Was eine Straße
neuerdings mit all dem Gerase?
Was ein Betrieb mit Euro-Norm-Fertigung und Superaussehen,
doch die Arbeiter müssen aus Konkurrenzgründen gehen.
Alles liegt scheinbar im Trend dieser Zeit.
Nobelkarossen aber stehen bereit.
Mahagoni und Zobel ist „out“.
Doch auf „Edles“ hat man schon immer gebaut.
Seltene Tiere werden trotz Verbotes geschossen
und die Trophäen gemeinsam mit Seinesgleichen genossen.
International wird die Erde gefleddert,
des Geldes wegen alles zerschreddert.
Reich und gewissenlos muss man sein, alle Tage.
Beziehungen pflegen, keine Frage.
Hauptsache Gott „Mammon“ klingt in der Kasse.
Das nötige Kleingeld beruhigt noch immer die graue Masse.
Ja, ihr „freiheitlichen“ Herrschaften hoch da droben,
ins Grab könnt ihr mitnehmen all eure Roben.
Doch lasst uns die Erde so wie sie ist.
Wir wollen sie verbesserungswürdig, aber nicht abgeholzt, verbaut und trist.
Beim genauen Betrachten wird einem schon bange,
da ist doch überall etwas im Gange.
Raketenstufen fallen zur Erde herab,
das Ozonenloch wird größer. Es nimmt nicht ab.
Die Umwelt wird global mehr und mehr verseucht,
zugrunde geht, was da kreucht und fleucht.
Früher sah ich keine Gefahr für diesen Planeten,
nicht erst seit Tschernobyl geht´s ums Überleben.
Das Erlöschen der Natur, ein drohender Weltuntergang ...
denkt an die Kinder, denkt alle daran!
Rainer Schöche, Nünchritz
|
„Des Elbe-Schiffers Frust und Lust“
Munter fließt der alte Strom, Weiden bärtig grüßen.
Sind bespickt mit Tang und Moos, zwischen Blumenwiesen.
Und der Bootsmann auf dem Schiff,
sieht´s mit kurzem Blick.
Unsere Grüße hier vom Land, gibt er nicht zurück.
Schwer und hart drückt ihn die Last wie die Raten zahlen?,
die der Kauf des Schiffes bringt.
Das sind seine Qualen.
Und er dann doch mürrisch nickt.
Ja, die Welt, sie ist verrückt.
Überall nur Kampfgetümmel,
keiner sieht mehr in den Himmel.
Prüfend blicken seine Augen, übers Wasser, über Auen.
Wem kann man heut noch vertrauen?
Diese Welt muss besser sein,
menschenfreundlich, nicht zum Schein.
Bootsmann doch nun winkend grüßt,
er den Augenblick genießt.
Wo er drüber nachgedacht,
wie man vieles besser macht.
Und dabei die Wahrheit findet,
die uns allesamt verbindet.
Nur im „Wir“ wird sie gewonnen,
durch das „Ich“ ist sie zerronnen.
Rainer Schöche, Nünchritz
|
Vergiss mich nicht ...
Ich wäre gern
ein warmer Hauch,
der dich umfängt.
Ich wäre auch
sehr gern
ein helles Licht,
das funkelnd hoch
am Himmel hängt
und niemals bricht.
Vergiss mich nicht.
Doris Plathe, Gröditz
|
Das Mohnblümlein
Ein Mohnblümlein am Feldesrand
steht nie allein, das ist bekannt.
So zwischen Gräsern und auch Blumen,
da sollte ich sie suchen.
Ich dachte, ach ich pflücke mir
ein Sträußlein, ich lieb sie sehr
und suchte mir die schönsten aus,
wollt sie dann nehmen mit nach Haus.
Ganz zart nahm ich eins in die Hand,
ein Mohnblümlein, vom Feldesrand,
worauf es sagt: „Ach lass mich stehn,
du kannst mich doch am Feldrand sehn“.
Ich lächelte und sagte schön,
ab heut lass ich euch alle stehn.
Das Blümlein sagte: „Danke sehr,
komm morgen wieder zu mir her.“
Helmut Schipke, Zeithain
|
Wo bleibe ich?
Oft spüre ich den kalten Blick
des Todes auf der Haut.
Vergänglichkeit mir ernst und streng
in meine Augen schaut.
Ich habe keine Angst vor dir,
der mir das Ende schickt.
Mir hat vor langer Zeit man schon
die Seele längst geknickt.
Bald ist es ruhig, lautlos, still
und ich bin das, was ich sein will.
Ich bin die dunkle Spur im Nebel.
Ich bin ein Lotos auf dem Teich.
In einer Wolke wird ich schweben,
ein Flöckchen weiß und federleicht.
Mit Wärme will ich euch umgeben.
Ein Sonnenstrahl er streichelt weich.
Dann wisst ihr, dass gerade eben
ein Teil von mir verweilt bei euch.
Ein Wiedersehen gibt es nicht,
vergeh in Spuren oder Licht.
Doris Plathe, Gröditz
|
|