|
|
|

Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
„Ich“ oder „Der Stein“
Ein Mädelein, fein,
fand einen Stein.
Der sollte ihr ein und alles sein!
Er wurde ganz ungeniert,
schön glatt poliert.
Flecken wurden fein wegradiert.
Da sprach der Stein:
„Soll ich das noch sein,
mein liebes Mädelein?“
Sie weinte sehr,
aber niemals mehr
gäb´sie ihren Stein jemals her!
So sehr sie litt,
der Stein entglitt
und nahm die Liebe mit.
Dieter Förster, Oschatz
|
„An Oma“
Ich frag mich oft, warum ist das Leben so gemein?
Dein Tod war sinnlos, er musste nicht sein.
Du bist gegangen ohne ein „Auf Wiedersehen!“.
Wie konntest du einfach so von mir gehen?
Ich wär gern bei dir gewesen beim Hinübergehen.
Mein größter Wunsch ist es, dich noch einmal zu sehen.
Ich weiß, dieser Tag wird einmal kommen.
Wenn ich selbst habe Abschied von dieser Welt genommen.
Erinnerungen an dich sind mir nicht viel geblieben.
Aber niemals habe ich aufgehört dich zu lieben.
Nie wieder kann ich hören dein Lachen.
Nie wieder können wir zwei unsere Späße machen.
Nie wieder kann ich deine Nähe spüren.
Nie wieder kann ich deine Hand berühren.
Ich will dir nur sagen, wie sehr mir das fehlt.
Wie sehr mich jeder Gedanke an dich quält.
Die Zeit mit dir war sehr kurz, doch du hast mir so viel gegeben.
Ich würde alles geben, könntest du heute noch leben.
Jetzt bist du mein Schutzengel. Daran werde ich immer glauben.
Es ist mein Trost, den mir niemand kann rauben.
Marion Müller, Herzberg
|
ICH und mein besseres ICH
Mein bessres ICH wollt einen Rat mir geben
lieg nicht faul rum, sondern genieß das Leben!
Steh endlich auf und mach dich schick,
geh spazieren dann ein Stück.
Doch das andre ICH, das in mir wohnte,
das ist der Meinung, dass sich das nicht lohnt.
Das bessre ICH meldet sich wieder zu Wort
schau nach draußen, so schön ist es dort.
Erfreue dich an Blumen, Sonne, Schmetterlingen
das andre ICH ruft lass dich nicht zwingen!
Bleib lieber auf dem Sofa liegen,
dann wirst du keinen Schnupfen kriegen!
So streiten täglich unbewusst,
die beiden ICHs in meiner Brust.
Es geht hin und es geht her
eine Entscheidung zu treffen, ist oft schwer.
Welches von den beiden ICH
lass ich bestimmen über mich?
Seit vielen Jahren kenn ich mich
meistens siegt das bessre ICH!
Doch hab ich in meinem Leben
auch dem andren ICH oft nachgegeben.
Und das ist gut so soll´s auch sein,
es existiert kein ICH allein.
Nur alle ICHs gemeinschaftlich
machen den Menschen machen MICH!
Andrea Knobloch, Schraden
|
„Ich wollt, ich wär mein Hund!“
Ich wollt, ich wär mein Hund,
dann hätt ich keinen Grund
zum Jammern und zum Klagen
wär glücklich dann an allen Tagen.
Ich braucht auch gar nichts weiter machen,
als Haus und Hof gut zu bewachen.
Alle kümmern sich um mich
was für ein Leben hätte ich!
Keine Arbeit, keine Sorgen,
bell ich heut nicht, bell ich morgen.
Leckerchen und Ohrenkraulen,
ich läge auf der Haut, der faulen!
Brauchte keine Kleider, Socken, Schuhe,
hätte immer meine Ruhe!
Meine Fresschen krieg ich hingestellt
ach, wie schön wär doch die Welt!
Die Familie findet sich dann ein
zum Spaziergang über Stock und Stein.
Und hab ich mal zu gar nichts Lust
dann zeig ich offen meinen Frust!
Braucht nicht zu kochen, waschen, putzen,
kann meine Zeit ganz anders nutzen!
Auch nicht zur Arbeit Stund um Stund!
Ach, ich wünscht, ich wär mein Hund!
Alles drehte sich um mich
was für ein Hundeleben hätte ich ...!
Solche Gedanken hab ich an manchen Tage,
wenn die Arbeit wird zur Plage!
Doch es gibt auch schöne Sachen,
die man kann als Hund nicht machen!
Bücher lesen, einen Film ansehn,
mit meiner Tochter shoppen gehn!
Einen Fahrradausflug machen,
über dich und mich auch lachen.
Blumen pflücken, Geld ausgeben,
dichten, stricken, Fotos kleben.
Mit Freunden trinken ein Glas Wein
oder mal mit mir alleine sein.
Nun bin ich am Überlegen,
wem soll ich den Vorzug geben?
Mein Hund, der hat es gut bei mir,
doch ist er eben nur ein Tier.
Ich glaub, ich habe mich entschieden,
ich lass die Arbeit einfach liegen
und dann bilde ich mir ein
wie schön es wär, mein Hund zu sein ...!
Andrea Knobloch, Schraden
|
Babyglück
Wenn ich mal traurig bin gar sehr,
spürst du es genau und noch mehr.
Doch meine Tränen siehst du nicht,
trotzdem weißt du es aus deiner Sicht.
Bin ich fröhlich und lache viel,
dann hältst du es für ein herrliches Spiel.
Wenn ich rede, weiß ich im Nu,
du bist da und hörst mir zu.
Darum ist es für mich ein schönes Gefühl,
dass dir warm, wenn mir ist ein wenig kühl.
Noch bemerke ich nicht viel von dir,
doch weiß ich, du bist nah bei mir.
Corina Stoß, Herzberg
|
|