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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
ICH, die Welt und ihr da „oben“
Ich sitze hier und träume.
Ich träume von einer Welt,
wo die Natur und der Mensch wichtiger sind
als das Geld.
Ich träume von einer Welt
ohne Kummer und Sorgen.
Kaum zu glauben,
doch es ist wahr,
es wird immer schlimmer,
Jahr für Jahr.
Ihr da „oben“, wollt immer mehr.
Mancher weiß gar nicht mehr woher.
Woher er das Geld nehmen soll.
Verzweiflung macht sich breit,
Der Mensch schiebt Frust und hat Groll,
Unsere Träume werden zerstört.
Wir können nicht in die Zukunft schauen,
wir können nur auf die Hoffnung bauen.
Ich weiß nicht, was später aus mir wird.
Der Wunsch ist nur, ein guter Job.
Doch woher soll man’s wissen.
Ich kann nur diesen Gedanken erst mal missen.
Doch Angst um meine Zukunft hab ich noch immer,
ich hoffe nur, es wird nicht noch schlimmer.
Julia Mader, Grimma
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Ich
Wer bin ich
Und wie siehst du mich?
In den Augen der Welt
Bin ich bestimmt kein Held.
Viel zu ruhig, oft gehemmt,
manchmal gar etwas verklemmt.
Mit Piepsstimmchen sag ich nur leis, was ich will,
mag es lieber friedlich und still.
Mein Bestreben gilt der Harmonie
Und laute Konflikte löse ich nie!
Auch wenn ich oft den Kürzern ziehe,
so sehr ich mich dabei auch mühe.
Vielleicht schätzt du mich besser ein,
tolerierst mein wahres Sein.
Ich sehe nicht wie ein Model aus,
eher nach Marke graue Maus.
Doch interessiert mich etwas richtig
Sind alle Bedenken null und nichtig!
Dann kann ich richtig Funken sprühen
Brauch um Beifall mich nicht mühen!
Mein größtes Hobby, die Musik,
ist viel mehr als nur ein Tick.
Doch manchmal könnte ich beschwören,
keiner will mich singen hören.
Dann bin ich wieder ziemlich leise,
geh in mich zurück auf meinen Weise.
Und komm aus meinem Schneckenhaus
für ein paar Tage nicht mehr raus.
Kannst du mich vielleicht doch verstehn
und tief in meine Seele sehn?
Ich gebe viel auf meine Träume,
sind diese auch vielleicht nur Schäume.
Doch wär die Welt wohl öd und leer,
gäbe es keine Träumer mehr.
Mehr Fantasie auf dieser Welt,
das ist es, was ihr heute fehlt.
Wenn du mit mir lachen magst,
wenn ich mal mutlos, nicht verzagt,
am Ende entdeckst du vielleicht
meine wahre Persönlichkeit.
Als Gegenzug erkenne ich
(vielleicht) dich.
Manuela Trapp, Kleinbardau
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Gedanken zum 70. Geburtstag
Wenn Du erst einmal 70 bist, ja dann ….
Wenn Du erst einmal 70 bist,
geht’s pfeilschnell auf die 80 zu;
und ehe Du Dich’s noch versiehst,
bettet man Dich zur letzten Ruh.
Drum schick Dich drein!
Das muss so sein!
So ist auf des Lebens Tour
die Dialektik der Natur.
Deshalb genieße jeden Tag,
den’s bis dahin noch geben mag
mit Deinen Freunden, Deinen Lieben,
die neu gekommen oder blieben.
Erheb auch ab und an das Glas
und gönne Dir ein bisschen Spaß.
Trinkspruchvariante:
Doch nun erheben wir das Glas
und gönnen uns noch bisschen Spaß.
H. Marschner
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Allein
Ich wollte mit dir
allein sein,
zusammen sein,
weg sein.
Doch jetzt bist du
weg,
zusammen mit ihr
und ich bin allein.
Allein
mit meinem Schmerz,
mit dem Zweifeln an mir selbst,
dir nicht genügt zu haben.
Ich bin hier
zum Nachdenken,
zum Trauern,
zum Verzweifeln.
Ich bin hier
allein.
Lisa Möller
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