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Na, dann wollen wir Sie mal abhören, hat früher der Arzt immer gesagt. Heute sagt das der Verfassungsschutz. Der sieht nämlich rot. So rot, dass er sogar Mitglieder der Linken im Bundestag abhört oder, wie es offiziell heißt, beobachtet. …

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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes

„Ich“

Ich möchte so gerne glücklich sein
und hoff´drauf ohne Ruh,
doch scheinbar lässt mich das Glück allein
und nur selten hat es den Schein,
als winke es mir.

Doch will ich es dann ergreifen, das Glück,
und bitten mich froh zu machen,
läuft es eilenden Schrittes zurück,
wirft mir noch zu einen höhnischen Blick –
entfernt sich von mir mit Lachen.

Und wieder ist die Wunde offen,
die mein Herz in zwei Hälften teilt.
Die eine Seite ist hart betroffen,
in der anderen regt sich schon wieder ein Hoffen –
wie weit und wohin ist das Glück enteilt?

Ich werde suchen überall im Regen den Sonnenschein,
ich werde nicht scheuen Müh noch Qual
vielleicht zeigt sich mir das Glück noch einmal,
um gut und gerecht zu sein.

Edith Horn, Torgau

Ich mittendrin

Gesponnene Träume, vernetzt in den Ästen.
Ich fühle den Hauch des Frühlings.
Erste Blumen, laue Winde.
Frühlingsmomente, die einen Neuanfang versprechen.
Und ich mittendrin.

Sommerregen, Perlen auf meiner Haut.
Sanft und warm.
Vogelgezwitscher nah und fern.
Ein Geruch – unbeschreiblich schön.
Gefühle ganz tief. Das ist Glück.
Und ich mittendrin.

Herbstgeflüster auf allen Fluren.
Der Zug der Wildgänse so nah und doch so fern.
Tanzende Blätter, leuchtende Farben. Noch.
Die Musik des Windes und der Natur.
Und ich mittendrin.

Eiskristalle am Fenster, verzauberte Bilder.
Die Welt da draußen unsichtbar.
Träume aus Eis.
Die Stube ist warm, mein Herz schlägt.
Glücksmomente unendlich.
Und ich mittendrin.

Ruth Steffenhagen, Trebsen

„Ich“

Geboren bin ich um zu leben,
das ist des Lebens wahrer Sinn
und nicht nur stur emporzustreben,
weil ich dann
bald verloren bin.

So wandle ich durch Flur und Auen
und lausche wie der Kuckuck ruft,
ich labe mich an
bunten Blumen und an ihrem süßen Duft.

Auf der Wiese gaukeln Falter,
Blumen wiegen sich im Wind,
so möchte ich leben bis in Alter,
weil ich nur so zufrieden bin.

Es wird im Flug die Zeit verstreichen
und manches wird
um mich geschehn,
ich könnt ein Ziel vielleicht erreichen,
doch vieles hätt ich nicht gesehn.

Das Leben ist ein Wechselspiel,
es gibt etwas und nimmt auch viel.
Wer eifrig nur nach vorne strebt und nicht achtet
was um ihm lebt,
nur geht den Weg den schönen glatten,
der steht dann bald im kühlen Schatten.

Rudolf Heß, Delitzsch

Die alte Bank

Der alten Bank am Waldesrand,
wo ich so oft gesessen,
sag ich aus tiefsten Herzen Dank
nie werd ich sie vergessen.

So manche Stund verbracht ich hier,
hört all die Wipfel rauschen,
die Ruhe gabst und Frieden mir
konnt Waldes Wort erlauschen.

Vergessen ließ sich da die Zeit
Konnt in Gedanken schwelgen,
sie wanderten zurück ganz weit
mit Freud konnt ich da folgen.

Wie sind vergangen doch die Jahr,
die ich nochmals durchlebte.
Dir, alte Bank, und das fürwahr,
sei Dank, was mich belebte.

Gerhard Stoye, Rackwitz

Ich , der Mensch!

Ein jeder Mensch ist in der Tat
auf dieser Welt ein Unikat,
denn wo liegt sonst wohl hier der Sinn,
wenn er erkennt: „Jawohl, ich bin!“

Schon von der Wiege bis zur Bahre
reift er als Spezies all die Jahre,
begreift sein Leben als Gewinn
und gibt sich schönen Dingen hin.

Doch auch im Streit ist er erfahren,
was man erkennt an den Gebaren,
im Miteinander auf der Welt,
wo nichts mehr zählt als schnödes Geld.

Mutiert zum Raubtier in Regionen
will sich und andere selbst nicht schonen
und stranguliert oft die Natur,
zeigt da von Reue keine Spur.

So geht das schon, seit Menschen denken,
als Teil des Ganzen will er lenken
und bringt sich so in die Gefahr,
dass einst die Zeit sagt: „Ja, er war!“.

Arnold Sprosse, Schkeuditz/OT Radefeld


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