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Na, dann wollen wir Sie mal abhören, hat früher der Arzt immer gesagt. Heute sagt das der Verfassungsschutz. Der sieht nämlich rot. So rot, dass er sogar Mitglieder der Linken im Bundestag abhört oder, wie es offiziell heißt, beobachtet. …

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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes

Das Leben

Warum ist das Leben so gemein?
Ich wollte nie alleine sein.
Es hängt am seidenen Faden,
will ich es wieder haben?
Jede Sekunde, jede Stunde vergebens?
Das Leben

Wozu lohnt es sich zu leben?
Das Schicksal beider Leben.
Wo ist das Leben, welches gegeben?
Wohin nur gehen?
Niemand ist da, wo Halt gegeben.
Wozu gibt es Leben?
Das Leben

Die Liebe, gibt es sie?
Ich bekomm sie nie.
Verlassen, verarscht und nie gewollt,
ich fühl mich überrollt.
Das Leben gleicht einem Scherbenhaufen.
Kann man ein Leben kaufen?
Das Leben

Was ist passiert?
Du hast mich verführt.
Ich hasse mein Leben.
Will es vergeben!
Werde es beenden
und Trauer verschenken.
Das Leben

So einsam, so tief der Blick
Spring ich oder tret ich zurück?
Den Himmel so nah, dem Leben so fern,
ich hatte es unheimlich gern.
Es ist vorbei, ich bin gesprungen.
Das Leben mit Leid empfunden.

Katharina Lietz, Thallwitz

Das Buch

Da gab es ein Buch
mit leeren Seiten –
so sah es einmal
in mir aus.
Doch da warst du,
fülltest wieder mein Leben,
holtest mich
aus der Tiefe heraus.

Sacht greife ich nach dem Strahl der Sonne,
spüre die Wärme noch leicht versteckt.
Eine zarte Blume verloren im Schatten,
du hast ihre Blüte entdeckt.

Ein Buch, aufgeschlagen, alle Zeilen beschrieben –
ich lese es, drücke es fest an mich.
Dieses Buch wecktest du zum Reden,
jedes Wort, jeder Satz, jede Seite bin ich.

Petra Vetter, Riesa

Wer bin ich?

Nun sind sie alle aus dem Haus,
wie ein Magnet zieht es mich raus
und tausend Fragen hinterdrein,
wer bin ich, wer darf ich noch sein?

Der Mensch, der schweigend akzeptiert,
weil er sonst viel zu viel riskiert,
ein Mensch, der auch mal laut sein muss
in dieser Zeit des Überfluss.
Bin ich zu gut für diese Welt,
weil alles, was mir nicht gefällt,
ich erst versuche zu verstehen,
um dann die Dinge anzugehen?
Ist es ein Fehler, wenn man sagt,
warum habt ihr mich nicht gefragt?
Bin ich vielleicht zu liebevoll
in dieser Zeit von Frust und Groll?
Hab ich noch etwas mehr Geduld,
deshalb an eurer Laune schuld?
Bin ich zu stark, bin ich zu schwach
Und denke ich zu lange nach,
schau ich bewusster in den Morgen
und mach mir um die Zukunft Sorgen?
Darf ich noch lachen unbeschwert,
es zeigen, wenn man mich begehrt,
noch träumen und noch Wünsche haben,
die Ängste einfach mal begraben?
Darf ich an mich nur einmal denken
und meine Schritte dahin lenken,
wohin sie mich gerade führen?
Darf ich noch Schmetterlinge spüren?

Und meine innere Stimme spricht:
„Du kannst alles, nur aufhören darfst du nicht“.

Petra Vetter,Riesa

  Das Labyrinth des Lebens

Ich erwachte einst im Labyrinth meines Lebens.
Die Magie der Erkenntnis fesselte mich.
Alle Suche im Leben war bisher vergebens,
erst jetzt fand ich zu meinem eigenen Ich.

Ich spürte, dass mich Menschen begleiten,
die schon lange nicht mehr neben mir gehn.
Durch sie konnte sich mein Bewusstsein weiten,
denn Anfang und Ende kann ich jetzt verstehn.

Oftmals besteht der Sinn unsrer Suche im Leben
nur darin, sich an solche Menschen zu binden.
Sie konnten mir die Gewissheit geben,
den richtigen Weg im Leben zu finden.

Ingrid Popp, Süptitz

„Ich“

Ich sehe dich an,
bist du es, dem ich vertrauen kann.
Du nimmst meine Hand,
stellst mich an eine Wand,
du berührst mein Gesicht,
und du sagst zu mir: „Ohne dich kann ich nicht“.
Ist es ein Traum oder Wirklichkeit?
bin ich mir sicher oder nicht bereit,
unsere Lippen berühren sich,
ich erschrak,
doch ich liebe dich.
Nun bin ich mir sicher, ich weiß es genau,
deine Lippen sind zart, deine Augen blau.
Der Moment ist vorbei,
du musst jetzt gehen,
doch werden wir uns wiedersehen?
Ich bin mir nicht sicher,
doch eins ist klar,
der Moment, dich zu küssen war wunderbar.

Tina Holzweißig, Großwig


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