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Na, dann wollen wir Sie mal abhören, hat früher der Arzt immer gesagt. Heute sagt das der Verfassungsschutz. Der sieht nämlich rot. So rot, dass er sogar Mitglieder der Linken im Bundestag abhört oder, wie es offiziell heißt, beobachtet. …

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Heimatlos

Ich bin der Wind.
Von blutig Sturm bin ich getrieben,
nichts ist von meiner Heimat mir geblieben,
ein Fremder bin ich seither überall.

Ich bin der Wind.
Verbrannte Städte und zerstörte Leben,
zerrissne Bande, die mir Halt gegeben,
zerbombte Bäume sah ich ohne Zahl.

Ich bin der Wind.
Und hinterlasse keine Spuren.
Ich überfliege fremde Fluren,
am neuen Ort, ein neues Leben schwer gelingt.

Ich bin der Wind
und treibe durch die Lande.
Und ruhelos bin ich auch außerstande,
den Baum zu pflanzen, der mit Schatten bringt.

Ich bin der Wind
und such in deinen Armen Halt.
Ach, bitte hab mit mir Erbarmen
und sei mir Heimat. Unbedingt!

Hans-Joachim Albrecht, Torgau

„Ich“

Die Lebenszeit, die man mir gab, die ist nur sehr bemessen,
sie ist für mich ein kostbar Gut, das will ich nicht vergessen.

Gestern war ich doch noch Kind, ich kann mich noch entsinnen.
Ich wende mich und seh den Sand sehr sanft im Glase rinnen.

So stehe ich tagein, tagaus, das Tagwerk zu vollbringen,
vergess die Pein und auch den Graus, ich seh den Sand schon rinnen.

Es nimmt die Zeit stets ihren Lauf, die hält nicht mal der Teufel auf.
Ein Wettlauf mit der teuren Zeit werd ich nie gewinnen,
ich seh vor mir sehr sanft im Glas den Sand hinein da rinnen.

Die Zeit hat bald der Wind verweht, mein Haar ist silbern weiß.
In meinen Glas der Sand der rinnt und rieselt nur noch leis.

Die Zeit die bleibt für niemand stehn, auch kann ich dieses Glas nicht drehn.
Wenn das letzte Körnchen fällt, dann muss ich gehen von dieser Welt.

Rudolf Heß, Delitzsch

„Ich bin ich“

Ich bin ich
und du bist du!
Doch was bist du,
wenn ich nicht ich bin?
Und was bin ich,
wenn du nicht du bist?
Bin ich dann das,
was du nie sein wolltest
oder bin ich das,
was du immer sein solltest?
Was bin ich,
wenn ich nicht ich bin?
Und was bist du,
wenn du nicht du bist?
Ich weiß es nicht,
denn ich bin ich
und das Wichtigste ist:
Ich glaube an mich,
und du glaubst an dich!

Julia Schindler, Bad Lausick/OT Lauterbach
(12 Jahre)

Der Weg

Ich ging den Weg –
meinen Weg.
Ging über Feuer,
durchquerte Meere,
doch letztendlich vernahm ich nur noch Gefühlsleere.

Lief über Wiesen,
sah prachtvolle Rosen sprießen.
Doch schon wieder durchlief ich diese Leere,
denn jäh traf sie mich zurück –
!Herzensschwere!

Ich flog über Berge,
wollte bis zu den Sternen gehen,
doch musste ich auf vergangene Zeiten zurücksehen.

Ich stand vor dem Nichts,
blickte Richtung des Lichts –
es war warm ...
!Sehsuchtserweckend!

Doch es wurde zu heiß,
Verlust war mein Preis,
weil ich bemüht, das große Glück zu finden,
konnte das täglich kleine Glück mir entwinden.

Drum erfreu dich an jedem Tag,
den dir das kleine Glück des Lebens vollbringen mag.

Lisa Krüger, Gerichshain


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