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Na, dann wollen wir Sie mal abhören, hat früher der Arzt immer gesagt. Heute sagt das der Verfassungsschutz. Der sieht nämlich rot. So rot, dass er sogar Mitglieder der Linken im Bundestag abhört oder, wie es offiziell heißt, beobachtet. …

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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes

Königin der Blumen

Als ich durch
den Garten ging,
ein zarter Duft
mich bald umfing.

Näher und näher
pirschte ich mich,
drückt in die Blüte
bald mein Gesicht.

Betörend – der Rose
duftende Blüte
veränderte gleich was
in meinem Gemüte.

Bläulich schwarz
oder rosa, gelb,
Rosen gibt es viele
auf dieser Welt.

Ist deine Rose,
eine rote
sollte sie sein,
der Liebesbote.

Die Rose ist schön,
doch sie birgt Gefahr,
wie die Liebe bleibt sie hoffentlich
herrlich wie heute immerdar.

Stich dich nicht
an ihren Dornen,
wenn doch
solltest du ihr nicht zornen.

Brit Schweitzer, Elsterwerda

Liebeslied

Es gibt dich,
ja, es gibt dich
seit vielen Jahren.

Jeden Abend sehe ich dich.
Ich freue mich auf dich.
Ich rede mit dir.

Ich kann dir alles erzählen,
denn noch nie
hast du mich verraten.

Du bist mir wichtiger
als Essen
oder Fernsehen –
du bist ein Teil meines Lebens.

Du hörst mir zu,
Du nörgelst nicht,
Du schimpfst mich nie aus.

Du lauscht gespannt meinen Worten
Nach unserem Gespräch
berühre ich dich sanft,

hebe dich auf
und schließe dich ein
- mein Tagebuch –

denn meine Gedanken
sollen für andere
unsichtbar sein.

Brit Schweitzer, Elsterwerda

Das Frühstück

Ein Vöglein auf dem Baume saß
und im Gras die Made lag.
„Oh, welch herrlich schöner Tag",
das Vöglein gleich zur Made sprach.

Die Made voll erleichtert sagt:
„Ja, ja, welch herrlich schöner Tag!"
Das Vöglein flog sogleich hinunter
und schluckte Fräulein Made runter.

Gerd Donath, Neuweißenborn

„Kinderjahre“

Unter einem blühenden Kirschbaum ward ich geboren,
zart, schön, ein bisschen wie verliebt und ungeschoren.
Meine Mutter hatte mich ihrem Arm, beschützend und wohlig warm.
Ich zähl die Stunden bis zu diesem Tag, an dem ich geboren war
und ward.
Ich hab ein Lächeln im Gesicht und sollt es auch verschwinden,
werd ich es eines Tages wiederfinden.
Die Zeit, die Zeit, wie sie verging – ich erinnere mich,
als ich noch ein Baby zart und far,
jetzt eine junge Mutter unbeschwert und glücklich
zwischen meinen Kindern – stolz, dass ich sie haben kann.
Was erzählt man sich über Frühlingsgefühle,
ist es doch recht, da es die Natur so will.
So gib jedem Kind, das so geboren, Lebensmut und Liebe.
Und achte, dass es niemals Unglück vor sich herschiebe.
Ich, nun alt und grau,
zerknittert von den Falten und schon ganz flau.
Ich lebe die Zukunft, ich lebe das Leben,
so wie man es mir hat gegeben.
Ich geb mich nie auf und ich bezwing mich nie,
bleib ich selbst, wenn ich frier.
Ich denk heute noch daran, wie ich auch war,
lass mich fallen in Erinnerungen, bis ich mich hab herabgeschwungen.
So zähl ich auch die Tage wieder,
meine Familie ist mir umso lieber.
Und zähl ich auch meine letzten Stunden,
so hab ich auch damit Glück gefunden.

Franziska Schütz, Reichenhain (14 Jahre)

Des Lebens Herbst

Nun bin ich alt, es lässt sich nicht bestreiten,
manch Zipperlein mich nun mitunter stört.
Vorüber sind schon längst die Zeiten,
in denen ich die Mädchen einst betört.

Manch Böses ist vormals geschehen,
brachte Ärger und auch Leid.
Viel Schönes hat mein Aug´gesehen,
oft denk ich an die holde Zeit.

Ich bin zwar alt, doch bin ich jung geblieben.
Und oft ereilt mich heute noch das Glück.
Die letzten Zeilen sind noch nicht geschrieben,
ich richte vorwärts meinen Blick.

Längst ist das Laub noch nicht gefallen,
das bunt an allen Zweigen hängt.
Fast immer werde ich mit allen
Freuden des Lebens reicht beschenkt.

Noch sind die letzten Messen nicht gelesen,
das letzte Amen nicht gesagt.
Ich bin noch heut in meinem Wesen rege
und bin unverzagt.

Nun ist des Lebens Herbst gekommen,
doch Trübsal blase ich deswegen nicht.
Ist auch die Jugend längst verronnen,
vorwärts geh ich mit Zuversicht.

Hans-Joachim Albrecht, Torgau


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