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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
Ich blicke zurück !
Blicke ich hundert Jahre zurück,
da wurde meine Mutter geboren.
Danach kam bald der 1. Weltkrieg
mit all seinem Schrecken und Tod!
Blicke ich siebzig Jahre zurück,
da wurde ich geboren.
Der 2. Weltkrieg war bereits in vollem Gange
mit noch mehr Zerstörung, Not und Tod!
Blicke ich vierzig Jahre zurück,
da wurden meine Kinder geboren.
Deutschland war in zwei feindliche Teile geteilt,
nur gut,
statt heißem gab es nur den „ Kalten Krieg“!
Blicke ich zehn Jahre zurück,
da wurden meine Enkel geboren.
Deutschland nun schon ein Jahrzehnt friedlich wiedervereint,
die friedliche Revolution im Osten hatte geschafft
was lange für unmöglich scheint !
Heute, in der meist friedlichen Welt,
kann man leben, wie es einem gefällt.
Ein Blick nach vorn,
den täte ich gern,
wie wird unsere Welt aussehen,
in 100 Jahr’n ?
Heidemarie Meyer, Bad Liebenwerda
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Gestern und heute
Einst schrieb ich über Wohl und Wehe
besonders Letzt´res war mir nah…
Und ob ich heute wie einst stehe?
Ich glaube unverändert da…
Die Zeit, in der ich liebte gar
tja, die ist längst vergangen.
Was ist und bleibt, nur das ist wahr
der Himmel dicht verhangen.
Verhangner kann er gar nicht sein
so düster ist´s mir heute.
Wenngleich durch kleinen Lichtes Schein
ich nicht mein Sein bereute:
Dass Du bist hier ach, es ist gut!
Es muss doch besser werden…
So gib mir dafür neuen Mut
Und nimm dem Herz Beschwerden.
Und eines weiß ich ganz genau:
Mein Bestes schreib ich morgen!
Dann ist die Seele wieder flau
Nur gut bin ich mit Sorgen…
Hans Blüthgen, Borsdorf
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Frühlingsnacht
In einer lauen Frühlingsnacht
da kann schon viel passieren!
Vergangen ist die weiße Pracht
mein Herz wird sich verlieren…
…an eine blonde Loreley
Die wird mir sehr gefallen.
Denn dann ist wieder Monat Mai
und alte Lieder hallen.
Wenn ich dran denke, möchte ich gleich
Den Winter überspringen.
In Anbetracht des Frühlings reich
Von Lust und Liebe singen…
Hans Blüthgen, Borsdorf
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Was ist Gott
Gott lebt im weiten Weltendome,
im Schattenreich, im Sonnenlicht,
Gott lebt im breiten Lebensstrome
und die Natur ist sein Gesicht.
Gott lebt in Feuer, Wasser, Wind,
in Blumen, in Bäumen, Blumen, dem Getier
und seine Schöpferkräfte sind
als Gottes Atemhauch in dir.
Gedanken an das Gute ist Gebet,
ist Samen, den der Geist gesät
und wenn die gute Saat,
Gedanken,die gedacht,
erfüllt sind durch die gute Tat,
dann ist der Gottesdienst vollbracht.
Manfred Diedrichs, Zschepplin
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Zeit
Lauf, lauf, lauf - sonst holt sie dich ein!
Schnell, schnell, schnell - eins vors andere Bein!
Sie läuft immer gleich, ist schnell wie das Licht.
Wir merken sie kaum und wollen ´s auch nicht.
Man kann sie nicht hören, nicht fühlen, nicht sehn.
Doch will man sie haben, um ihr zu entgehn.
Pack sie nicht voll doch erfülle sie!
Sie frisst dich sonst auf du entrinnst ihr nie!
Doch was nützt alles Laufen, wenn ´s doch gibt kein Ziel?
Wozu all dies Quälen im ewigen Spiel?
Man vergisst sich oft selbst und wagt nicht zu ruhn.
Doch Zeit gibt ´s genug, um so viel zu tun
Für Körper und Seele, für dich und für mich.
Du musst sie nicht suchen, denn sie findet dich!
Lass sie so sein, denn so ist sie gut!
Die Zeit, die dich findet, verstärkt deinen Mut,
Zu tun, was du willst was gut ist für dich.
Sie wird dich beflügeln sie bleibt ewiglich!
Anja Schneider, Elsterwerda
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