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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
„Mein Weg auf die Bühne“
Ich kam hierher, ganz still und leise,
auf eine ganz besondere Weise.
Am ersten Tag der offenen Tür
besah ich das Gebäude mir.
Ich ließ mir zeigen diese Räume,
erfuhr, was man hier hat für Träume,
und von den 1-Euro-Jobs.
Da sprang mir ein Gedanke hops
in meinen Kopf und ließ mich fragen,
ob auch ich an manchen Tagen
könnt eine Arbeit hier verrichten.
Ich dacht an Putzen und Kulissenherrichten,
an Requisitenbasteln, Service, Schneiderei.
Doch da waren keine Stellen frei.
So kam ich zur Theatergruppe,
musste nun auslöffeln die Suppe,
die ich mir eingebrockt spontan ,
weil ich nicht schauspielern kann.
Es begann mit eigenartigen Spielen,
Bilder stellen, Kauderwelsch reden, Pantomimen.
Ich lernte sprechen und agieren
und auch improvisieren
und das alles bühnenoffen.
Anfangs wagte ich nicht zu hoffen,
dass ich mal stehe auf einer Bühne,
machte zum Spiel meist gute Mine.
Schrieb Geschichten nach Prinzip OPPA.
Fragte mich: „ Was mach ich da?“ -,
wenn ich lange saß vor leerem Blatte
bis eine Idee ich hatte.
Ließ meinen Gedanken freien Lauf,
fasste meinen Traum in Worte und schrieb ihn auf.
Das Schreiben wollte mir nun immer besser gelingen,
doch auf die Bühne durfte ich meine Idee nicht bringen.
Ein Teil der Gruppe maß sich an zu entscheiden,
was ich auf der Bühne soll sagen, wie ich mich soll kleiden.
In unserem Stück spiele ich die Rolle der „Jungen Alten“,
musste lange kämpfen, dass ich darf eine kurze Rede halten.
Die Gruppe „Delitzscher Allerlei“ geht nun auf „Hartz-Reise“.
Wir zeigen die gesellschaftlichen Problem auf unsere Weise.
Jutta Heiland, Delitzsch
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„Ich glaube, ich liebe dich“
Ich glaube, ich liebe dich,
doch du kennst mich nicht.
Liebe mich, küsse mich
und ich liebe und küsse auch dich.
Ich möchte dir schreiben,
ich kann ja auch reimen,
doch ich kenne deine Adresse nicht,
ich glaube, ich liebe dich.
Ich liebe alles an dir, an dir,
liebe alles an mir.
Ich möchte mit dir diskutieren,
sogar mich mit dir blamieren.
Ich möchte dich einfach bei mir haben,
ich kann die Zeit ohne dich kaum noch ertragen.
Ich glaube ,,, nein, ich weiß, ich liebe dich so!!!
Caroline Müller, Torgau (14 Jahre)
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„Der seltsame Traum“
Ich höre immer eine Stimme in meinem Kopf
und ich fasse mir an meinen Schopf,
ich ertrage es nicht mehr,
es ist um mich herum auf einmal so leer.
Wo bin ich?
Ich fürchte mich,
aber ich bin doch nicht alleine,
doch der ist nicht ganz reine.
Er sieht mich so seltsam an,
hoffentlich kommt er nicht näher ran,
er spricht etwas von dir,
doch ich verstehe es kaum.
Wieso verschwindet er nicht in einen anderen Traum?
Er verschwindet langsam,
er war wohl einsam,
ich tauche wieder aus meinem Traum aus,
vor mir sitzt eine Maus
und es sind auch wieder viele Leute da,
sie stieren mich an so rar.
Habe ich etwas getan?
Sie sehen mich so seltsam an,
dann gehen sie weiter,
am Abend sehe ich im Traum einen Reiter,
aber auch nichts weiter.
Caroline Müller, Torgau (14 Jahre)
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Für einen Engel gestorben
Ein Junge auf der Parkbank sitzt, wie er ein Kreuze darin ritzt.
Ein Mädchen sieht es, will es kaum glauben, sie will ihm seine Traurigkeit rauben.
Eines Tages sitzt er wieder dort, aber das Mädchen, das war fort.
Er dachte, er sieht sie wieder und schrieb sogar für sie tolle Lieder.
Eines Tages ein Bild in der Zeitung, es war ein Mädchen mitsamt dem Haus verbrannt.
Doch an einem Tag er seine Lieder sang an ihrem Grab, das war das Letzte, bevor er auch für seinen Engel verstarb.
Annabel Förster, Großbothen
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Ich vermisse dich
Ich bin hier, du bist dort.
Ich bin hier, du bist fort.
Ich seh dich nicht, das macht mich krank.
ich fühle mich ohne dich so leer, so blank.
Mit dir war’s bunt und hell, und so warm wie mit einem Fell.
Ich seh dich nicht, das macht mich fertig,
das Gefühl ist so widerwertig.
Komm doch zu mir, Hand in Hand laufen wir ins Abendrot,
aber ich weiß, ich seh dich nie wieder, denn du bist TOD.
Annabel Förster, Großbothen
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Womanlove
Ein verführerisches Lächeln,
eine Frau bezaubernd schön,
Männer fast wie Hunde hecheln,
wenn diese Frau sich bücken sehn.
Unterm Minirock ein Höschen,
heute es sich Tanga nennt,
gibt fast frei den Blick zum Döschen,
des Manneslust begierig entbrennt.
Ihre langen schwarzen Haare,
locken verwegen im Sommerwind,
bei ihren Knospen fast erstarre,
wenn unverhofft der Bluse entspringt.
Plötzlich noch eine andere Frau,
auch bezaubernd wunderschön,
doch mancher kaum seinen Augen trau,
als beide Fraun sich küssen konnt sehn.
Und wie einander sich berührte,
erst das Pöchen, dann die Brust,
gar mancher Mann sich brüskierte,
weil er darauf selber Lust.
Doch wenn Frauen Frauen lieben,
soll ihr Verlangen heißer sein,
zum Höhepunkt sich trieben,
durch ein sinnlich zärtlich sein.
Womanlove heißt Frauenliebe,
die ewige Frage, ob es recht,
doch der Menschen, die da brüde,
ist es verpönt, also schlecht.
Womanlove heißt Frauenliebe,
nichts dagegen wenn sie echt,
einander gestehn, was man fühle,
auch wenn gehörend dem anderen Geschlecht.
Roland Oelsner, Wiepersdorf
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