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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
„Wer bin ich?“
Wer bin ich?
Nur die Hülle, leer.
Mein Herz ist schwer.
Ich seh mich nicht.
Wer kennt mich?
Aus Eis, kalt.
Ohne Gefühlsgewalt.
Sie versteckt sich.
Ein Spiegelbild.
Gedanken, ohne Sinn.
Die Zeit, verrinnt.
Mein Gesicht, verhüllt.
Sieh mich an.
Augen, ohne Glanz.
Eiskalte Hand.
Als ich mich fand.
Ich höre nichts.
Nur Schreie, stumm.
Dreh den Spiegel um.
Wer bin ich?
Diana Wolf, Beucha
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„Ich“
Trotzig, mit grünen Augen, in die Welt blicken.
Die langen blonden Haare verwehen im Wind.
Zeig mir eine Grenze,
die ich nicht selber find.
Im Tanze wild springend,
ein Liedchen stets singend,
so bin ich ein nachdenklich Kind.
Alles muss ich erforschen,
weit schweift mein Blick
über Berge, Täler, Wälder und Felder,
nie kehr ich noch einmal zurück.
Will immer weiter, noch höher hinaus,
mal träumend, mal sinnend
komm ich heimwärts nach Haus.
Gönne kurz mir nur Pause,
Lebenshunger im Körper treibt mich voran.
Heute hier, morgen dort, sieh an.
Viel lernend, aber nur was ich will,
sonst bleib ich still.
Manchmal schnell plappernd,
die Freunde aufzählend
überschäumend, überschwänglich
die Geheimnisse verbergend.
Ja, all das und noch viel mehr in ICH.
Ricarda Fastabend, 04808 Wurzen
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„Ich“
Ich?
Künstler.
Träumer,
Die Maske bricht.
Verrückt.
Ängstlich.
Vergänglich.
Das Leben, erstickt.
Ungeduld.
Lieblos.
Haltlos.
Nur meine Schuld.
Anders.
Schweigend.
Weinend.
Mein Herz wandert.
Unangepasst.
Befremdlich.
Unergründlich.
Keine Kraft.
Ich.
Schreiber.
Schweiger.
Der Weg erhellt sich.
Diana Wolf, Beucha
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„Ich liebe“
Ich liebe mein Leben wo wie es ist.
Ich liebe die Ferien Schule ist Mist.
Ich liebe meine Eltern,
meine Geschwister, die vier
wir streiten und zanken doch brauche
ich Hilfe, so stehn sie zu mir.
Ich lieb meinen Charly ein Kater ist er,
fängt keine Mäuse,
denn sein Napf ist nie leer.
Ich will Abenteuer erleben,
nach meinen Träumen streben.
Die Poesie würd ich gern als Beruf machen
Gedichte schreiben,
über die man kann lachen.
Ich lieb es zu träumen,
was wird die Zukunft mir bringen?
Werd ich Dichter oder Schauspielerin sein? oder
werd ich mal auf einer großen Bühne singen?
Werd ich einen Mann und Kinder haben?
Was mal sein wird,
kann niemand mir sagen.
Drum nehm ich es selbst in die Hand,
ich lerne fürs Leben,
steck den Kopf nicht in den Sand.
Ich liebe mein Leben so, wie es ist.
Laura Pautze, Falkenhain
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„Wandern“
Wenn die Natur erwacht
und strahlend die Sonne lacht,
geht es hinaus aus dunklem Haus.
Die Blumen erblühn.
Seh ich Vögel ziehn.
Was kann es Schöneres geben,
als wandern in meinem Leben.
Den Schritt froh gelenkt.
Nur keinen Augenblick verschenkt.
Ein Liedchen gedichtet,
das Tüchlein gerichtet,
so lenke ich die Schritte gen Wald.
Das Dämmerlicht hält gefangen mich bald.
Still seh ich mich um.
Das Herz pocht mir bum, bum,
in Waldeseinsamkeit.
Nur ein Schwarzspecht in der Ferne schreit.
Sieh, der Himmel ist so blau jetzt da oben,
Wattewölkchen sind darauf verwoben.
Ich umarme dich, Einsamkeit,
hast von dunklen Träumen mich befreit.
Nichts Schöneres kann es für mich geben,
als Wandern,
das ist mein Leben.
Ricarda Fastabend, Wurzen
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