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Der „Dichterwettstreit 2009“
Ihres SonntagsWochenBlattes
Ich bin müde
Ich bin müde
Doch habe Angst, die Augen zu schließen
um nicht die schrecklichen Gedanken, Bilder zu sehen,
vor den quälenden Erinnerungen,
die einem die Luft zum Atmen nehmen.
Ich bin müde
Doch habe Angst, die Augen zu schließen,
liege erstarrt in diesem großen dunklen Raum,
habe große Angst, es könnte wieder geschehen,
wenn ich die Augen schließe, keiner da ist, der einem Schutz gibt,
keiner da ist, der das Wimmern hört,
die unendlichen Schmerzen, die einen in Ohnmacht stürzen,
mein Flehen in meinen trostlosen, mit Tränen überschwemmten
Augen sieht.
Ich bin müde
Doch habe Angst, die Augen zu schließen,
Angst mich wieder so ausgeliefert, hilf-, schutz-, macht-, kraftlos,
zu fühlen, den Ekel zu spüren, das unberechenbare in seinen Augen
zu sehen, den Geruch zu riechen, der mich zum Brechen bringt.
Ich bin müde, keinen Ausweg zu finden!
Anonym, Dürrweitzschen
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Weil ich dich liebe
Schenk mir die Hitze aus dem Sommerwind
auf meine nackte Haut geküsst,
träumend in duftend weichem Grün,
wo nur wir beide sind.
In warmer Nässe saug ich mich
mit Händen fest und Lippen,
greif nach den Wundern deines Körpers
und lass mich selig kippen.
Ursula Schubert, Riesa
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Anfang und Ende
Ich bin.
Du bist.
So nah, so weit.
Vertraut und doch
geheimnisvoll.
Ich wachse,
liebe,
träume
und vergesse.
Du warst.
Ich bin!
Ursula Schubert, Riesa
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„Werde“
Ich werde ...
... jede Träne von dir fangen, die aus deinen
Augen fällt.
Ich werde ...
... sie in Schutzhaft nehmen,
bevor sie auf der Haut zerschellt.
Ich werde ...
... alles von deiner Seele nehmen,
jegliche Unruhe und Angst.
Ich werde ...
... dich mit meiner Macht behüten,
solange du es verlangst.
Ich werde ...
... immer dicht hinter dir stehen,
folge rastlos deiner Spur.
Ich werde ...
... dich in meinem Herzend tragen,
mit ewiger Liebe Schwur.
Ich werde ...
... dich, solang ich lebe,
nie verlassen und immer bei dir sein.
Ich werde ...
... ewiglich dein Mondlicht sein und
du mein Sonnenschein.
Charlene Bender, Bad Schmiedeberg/OT Großwig
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„Ich warte“
Es ist nicht alles Hass
auf dieser Welt.
Es ist nicht alles Liebe,
was jeden Tag geschenkt wird.
Es ist nicht alles Hoffnung,
denn an jedem Tag muss einer
von uns gehen.
Ich hoffe du bleibst,
bis ich dich endlich gefunden habe.
Charlene Bender, Bad Schmiedeberg/OT Großwig
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