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Der „Dichterwettstreit 2008“ Ihres SonntagsWochenBlattes
Erinnerungen an Bennewitz
1959 lange ist es her,
heute sagt man, diese Zeit war schwer.
Teilweise gab es noch Not
und den Kampf um Butter und Brot.
Große gesellschaftliche Wirren:
Wo gehör ich hin, um nicht zu irren?
Die damals junge Generation
sprang auf den Zug der Zeit
er fuhr ja schon.
Mich trafen die beruflichen Umstände wie ein Blitz
und führten mich in den "Gasthof zur Schmiede" nach Bennewitz.
Ein idyllisches Dörfchen, abseits gelegen,
teilweise noch mit unbefestigten Wegen.
Frau Gerda Lehmann, die Wirtin der Schänke,
führte mit Umsicht das Haus und ich denke,
dass mancher sie als "Bennewitzer Tageblatt"
um ihr Mundwerk ernsthaft beneidet hat.
In einem ihrer Fremdenzimmer bot sie mir
ein zunächst ausreichendes Quartier.
Ein Bett, ein Tisch, eine Kommode sogar,
ein Standard, wie er damals üblich war.
Ein Wassereimer, eine Schüssel zum Waschen,
Damenbesuch nicht zugelassen.
Doch einsam sind die Feierabendstunden,
das Fernsehen war ja kaum erfunden.
In der Ecke, in dem kleinen Ofen für Kohlen,
welche man aber selber musste holen,
wird schnell ein Feuerchen entfacht,
das die Stube gemütlich macht.
Doch dauert das eine ganze Weile,
in der ich mich ganz schnell beeile,
zu nutzen, was das Haus zu bieten,
einen Stammtisch, zu dem mir die Wirtsleute rieten.
Nur schnell ein paar Bierchen,
dann geh ich nach oben,
um nachzulegen in meinem Ofen.
Hab leider die Lage oft verkannt:
Das Feuer war schon lange runtergebrannt.
Die Zelle kalt, ich will aber nicht frieren,
geh wieder zum Stammtisch, ohne mich zu zieren.
Dort saßen aber nicht nur heute,
sondern täglich immer die gleichen Leute
mit ihren teils hochroten Mienen.
Bald war auch ich einer von ihnen.
Dieser tägliche Trott, wann ist der zu Ende?
Mein Schicksal braucht eine klare Wende.
Und da kam in einer heiteren Stunde
die Wirtin mit einer unfassbaren Kunde:
Ein neuer Mieter zieht ein.
Ein Fräulein Kindergärtnerin wird's sein.
Doch damit ich nicht gleich triumphier,
bekommt sie ganz oben ihr Quartier.
Mit Respekt war ich ihr schon mal von Weitem begegnet
und wusste, dass ich nicht mit so viel Charme bin gesegnet,
um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen.
Ihr Anblick ich konnte es kaum erfassen.
Eine Erscheinung, die so unsicher macht, als wenn die Erde bebt,
die ein kleines Dorf nur ganz selten erlebt.
Ein Temperament, gepaart mit Fröhlichkeit und Scherz,
das vergessen lässt den eigenen Schmerz.
Doch war ich mit meiner Meinung nicht allein.
Bald fanden sich die ersten Platzhirsche ein.
Groß und kräftig,
trinkfest und mächtig.
Was habe ich aber selbst ins Feld zu führen,
damit sie könnt meine Zuneigung spüren?
Ob es reicht in dieser Sache,
dass ich wohne mit ihr unter einem Dache?
Der Frühling begann,
die Natur lockt mit Freuden.
Man sollte die Zeit nicht in der Stube vergeuden.
Ein Spaziergang zu den Bennewitzer Teichen
bietet Romantik, die sucht ihresgleichen.
Wenn ich wüsst, dass wir hier auf gleiche Weise ticken,
würde sie auf diesen Wunsch zustimmend nicken.
Und so wurde, als hätt ich es gerochen,
die Eisschicht zwischen uns bald gebrochen.
Die Teichlandschaft in ihrer Stille
bot Möglichkeit in großer Fülle,
nicht nur der Natur zu lauschen,
auch viele Gedanken auszutauschen.
Ein seltsames Gefühl stellte sich bald ein,
füreinander geschaffen zu sein.
In vielen Versen wurde es schon besungen,
mehr oder weniger gut gelungen.
Mit folgenden Worten hab ich es empfunden:
Liebe taugt nicht für wenige Stunden.
Liebe gibt Kraft und verleiht auch Flügel,
zu überwinden große und ferne Hügel.
Liebe kann schweigen, und sie hat Waffen.
Sie kann auch bleibende Erinnerungen schaffen.
Liebe kann sehen und auch hören.
Man sollte sie nicht nur mit Worten beschwören.
Liebe geht oft durch den Magen
und im Bauch spürt man sie auch.
Liebe kann man riechen und auch schmecken
und sie kann großartige Träume wecken,
denn sie bereichern unser Leben.
Sie sind die Triebkraft in allem Streben.
Nach einiger Zeit hatte auch unsere Wirtin realisiert
und uns in ihrem Haus zusammengeführt.
Wir lebten hier glücklich und ausgelassen.
Durch meine Einberufung haben wir aber den Ort verlassen.
Bis jetzt hat diese Bindung fast 50 Jahre gehalten.
Manche sagen: Ihr gehört schon zu den Alten.
Und wenn mich einer fragt: Wo fandest du das Glück deiner Liebe?
Sag ich: In Bennewitz.
Und hoff, dass es so bliebe.
Erhard Gerson, Großbothen
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Das Leben ist schön!
Das Schönste am Leben,
ist’s, das Leben zu leben,
für Motorradfahrer Gummi zu geben,
für den Bauern seine Tiere zu hegen,
für’n Gärtner wohl seine Pflanzen zu pflegen,
für’n Boxer andern eins draufzugeben,
für Gläubige denkt man Gottes Segen,
mal einen zu heben,
andern was geben,
sich niederzulegen,
die Natur zu erleben,
Reden zu reden
und von Tag zu Tag tagtäglich alles zu geben.
Für viele kaum möglich,
ist das nicht kläglich,
drum bleibt’s für manchen ein Hundeleben.
S. aus P. bei G. an der G., Nähe R., Nähe DD
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Frühlingsbeginn
Ich schau aus dem Fenster und rufe „Oh Graus!“
Die liebe Sonne kommt heute nicht raus.
Die Schneeflocken haben sich breit gemacht,
das hätt´ ich zum Frühlinganfang nicht gedacht.
Sie tanzen vor meiner Nase umher,
sie tanzen kreuz, sie tanzen quer.
Ich rufe: „Nein, nein das kann doch nicht sein,
im Frühling, im Frühling da darf es nicht schnein!“
Da lacht mich ‘ne freche Schneeflocke an
und ruft ganz laut: „Doch, doch es kann!“
Nun sitz ich am Fenster und warte schon lang,
doch die liebe Frau Sonne strengt sich heute nicht an.
Alissa Kühn, Brandis
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Ein wunderschöner Tag
Die Sonne scheint so hell,
die Strahlen sind so grell!
Die Krokusse blühn so schnell.
Das ist nicht alles von uns, schaut her,
der Morgenwald kommt näher her!
Es ist so schön, wenn alles lacht,
schau mal ein Uhu hat eben gerade seine Augen zugemacht.
Ja das war’s nun aber wirklich
wenn ihr Langeweile habt,
schreibt doch auch mal ein Gedicht!
Alissa Kühn, Brandis
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