Der „Dichterwettstreit 2008“ Ihres SonntagsWochenBlattes

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DAS LEBEN IST SCHÖN:

behaupte ich hier und schreibe Folgendes auf das Papier:

Wenn morgens schon die Sonne lacht
und die Vögel haben uns ein Ständchen gebracht,

wenn wir in froher Runde sitzen
und keiner muss unter dem Druck von Sorgen schwitzen,

wenn die Familie gesund und glücklich ist
und niemand Opa und Oma vergisst.

Das Leben ist schön!
Hört man an vielen Tagen glücklich seinen Enkel sagen:

„Opa und Oma, ich hab Euch lieb“,
dann ist alles vergessen was man im Leben
als „weniger schön“ beschrieb.

Hat man seine Arbeit mit Freude getan
und geht jetzt gesund den Ruhestand an,

wenn nun die Unruhe des Berufslebens weicht
und du genießt die reifen Jahre ohne Sorgen –
freust dich stets auf den nächsten Morgen,

mit neuen Ideen kannst Du jetzt den Tag angehen,
das zeigt dir täglich:

DAS LEBEN IST SCHÖN!

Margot Hillscher, Krostitz/ OT Kletzen


Das Leben ist schön,

so denkt doch alle daran
seht euch doch bloß mal die Tiere
an Nord- und Südpol an.
Sie sind hungrig, traurig,
und weinen sehr oft in der Nacht
und hoffen: dass niemand über ihr
Leid lacht.
Ihr Menschen sagt, ihr gebt Acht,
und warum zerstört ihr dann diese Pracht?
Baut Straßen mehr und mehr,
doch Autofahren ist für euch
schon gar kein Luxus mehr.
Denkt immer daran: Das Leben ist schön,
nicht nur für euch Menschen
sondern auch die ganzen Tiere,
die an eurer jahrelangen Verschmutzung
bald, wenn das so weiter geht,
ihr Ende sehen müssen!

Isabell Kümmel (13 Jahre)
Prösen


Das Leben ist schön...

Darum schreib ich es in mein Tagebuch.
Woche für Woche und Tag für Tag,
Sodass es keine Stund in der Ecke lag.

Während die Großeltern die Sonne genießen
und wir kleinen Kerle die Nachbarskatze beschießen.
Hat es von uns nicht jeder mal verdient,
wirklich zu sagen, das Leben ist schön.
Was vorher war
Doch während wir in der Schule sitzen,
die Eltern noch beim Ernten schwitzen.
Die Großeltern vorm Trübsinn nicht finden
den rechten Schalter.
Sag ich ihnen alle, Leute wir sind im RRA
dem *R*enten*R*eifen *A*lter.

Franziska Schütz (15 Jahre)
Reichenhain


Schön ist das Leben

Ein Lob aufs Leben möchte ich singen.
Viele schon haben es vor mir getan.
Ließen vielstimmig ihr Lied erklingen.
Wie fange ich meines am besten an?

Zuerst möchte ich die Liebe preisen.
Wie wäre ohne sie wohl meine Sicht?
Ein Abgestelltsein auf toten Gleisen –
ohne Wert, Bewegung, Ziel, Wärme, Licht.

Doch die Liebe allein genügt sich nicht.
Es braucht Menschen dazu, denen sie gilt.
Mit denen sie teilt, das täglich Brot bricht.
Denen sie Wärme gibt und Kälte schilt.

Wie bin ich durch Menschen reich zu nennen,
die fest gehören zu meinem Leben.
Ich ihre Liebe, sie meine kennen.
Und uns stets trägt ein Nehmen und Geben.

Und dass es den Einen gibt, meinen Mann,
der vor vielen Jahren erwählte mich.
Wie schön, zu bleiben in der Liebe Bann
und sagen zu können: Ich liebe dich!

Auch die Toten trage ich im Herzen.
Meine Eltern und alle die Lieben.
Ahnen mit längst vergangenen Schmerzen.
Wie arm, wenn sie nicht fester Grund blieben!

Dankbar bin ich auch für meine Gaben.
Ich lernte schnell. Ich konnte studieren.
Durstig nach Wissen mich daran laben
und lange beruflich ausprobieren.

Heute bin ich tätig mit kleiner Kraft
oder mit der großen Kraft der Schwachen.
Die bewirkt, was der Kräftige nicht schafft:
Aus dieser Schwachheit Stärke entfachen.

Mein Leben fühle ich auch reich beschenkt
durch Bücher, durch Musik und die Natur.
Oft haben sie die Wirklichkeit gesprengt,
die schwächen, müde machen wollte nur.

Wie habe ich die Bücher verschlungen!
Sie haben mich bestätigt und befreit.
Wenn traurig, ist ihnen Trost gelungen.
Halten mir Leben, wie’s ist, griffbereit.

Ich liebe Musik von Brahms und Schumann,
von Schubert, um einige zu nennen.
Sie rührt der Seele zarte Saiten an.
Ich fühle mein Herze davon brennen.

Ich liebe die Natur mit Himmelszelt
und was es birgt unter der Hülle dicht.
Wenn ich mich fremd fühlte in dieser Welt,
bot sie mir ihr vertrautes Angesicht.

Die Liebe zum Schreiben kann es schaffen,
in die erste Reihe aufzurücken.
Es befreit mit den ihm eig´nen Waffen
von Lasten, die innerlich erdrücken.

Es gibt noch viel, was das Leben schön macht.
Kann ich das je annähernd erfassen?
Doch manches hätte ich gerne noch gebracht,
weil es mir leid tut, jetzt schon zu passen:

Das Leben ist schön, weil Kinder lachen,
ein neuer Tag beginnt, das Essen schmeckt,
weil wir eine Urlaubsreise machen,
Geburtstag feiern, Vogelsingen weckt, ....

Auch das Dunkel will ich nicht vergessen.
Soll ich ihm fluchen, soll ich es segnen?
Ich bin darauf bestimmt nicht versessen.
Doch will ich ihm mit Achtung begegnen.

Ist das Licht ohne Dunkel zu denken?
Die Helle des Tages ohne die Nacht?
So kann das Schwere dem Leben schenken,
dass es das Schöne noch leuchtender macht.

Gott, am Ende sollst Du gepriesen sein.
Du hast mir dieses Leben gegeben.
Du bist mein tiefster Grund, Du ganz allein,
sagen zu können: Schön ist das Leben!

Doris Lehnert, Torgau


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