Wanderung Herbst 88
Wandern ist ein schöner Sport,
man kommt mal von zu Hause fort,
man streift umher durch Wald und Flur,
entdeckt die Wunder der Natur.
Und nebenbei will man ergründen,
ob auch Historisches zu finden.
Man stählt die Muskeln, frischt das Blut.
für die Gesundheit ist das gut.
Und ist die Wanderung beendet,
man sich zu einem Gasthaus wendet.
Wenn das Mittagessen schmeckt,
ist das Ganze erst perfekt.
Aber aus verschiednen Gründen
wir oft kein Haus geöffnet finden.
So sind ja die Ruhetage für den Wanderer ’ne Plage.
Gründe, die sich „technisch“ nennen,
alle Wanderleute kennen.
Manchmal kann es auch passieren,
dass ’ne Krankheit schließt die Türen.
Kurz, es gibt der Tücken viel,
wenn man sich endlich glaubt am Ziel.
Doch zu all den vielen Orten
gibt’s ein Haus, das stets die Pforten
für den Wanderer hält offen,
deshalb taten wir auch hoffen
auf ein gutes Mittagessen,
in Bad Berkas Kurhaus haben wir gegessen.
Das Angebot der Speisekarten
tat wirklich Köstliches erwarten.
Wir wählten davon Entenbraten,
der schmeckt ja, wenn er gut geraten.
Doch die Ente nahm sich Zeit.
Wir warteten ’ne Ewigkeit.
Als sie endlich ward gebracht,
uns das Herz im Leibe lacht.
Mit Appetit und mit Behagen
wollten füllen wir den Magen.
Doch das war nicht möglich hier;
denn zäh und hart war dieses Tier.
Mit Geschick und auch mit Kraft
haben wir es nicht geschafft.
Und der Hunger war ja groß.
Gut, dass Soße, Kraut und Kloß
halfen, uns den Magen füllen.
Und wir dachten dann im Stillen:
Die Moral von der Geschicht:
Iss hier niemals Ente nicht!
Dr. Ursula Friedrich,Delitzsch