Der „Dichterwettstreit 2008“ Ihres SonntagsWochenBlattes

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Die kleine Eingreiftruppe

Der Sommer ist da, schon ist es so weit.
Es ist wieder einmal Erntezeit.
Die Gerste wiegt sich in schweren Ähren.
Sie will ganz schnell geerntet werden.
Die Mähdrescher mähen in breiten Schwaden
um die Lkws dann zügig zu beladen.
Diese fahren zum Silo das Erntegut,
wo man es trocknen und lagern tut.
Am Dorfteich, in unserem Ort,
passiert es dann in einem fort.
Die Lastwagen rasant um die Kurve biegen,
die Körner rieseln und bleiben auf der Straße liegen.
Doch keine Angst, es geht nichts verloren.
Unsere kleine Eingreiftruppe wird dafür sorgen.
Ich kam gerade vorbei, stieg vom Rad und blieb stehen
Wollt sehen, was hier nun mag geschehen.
15 Wildenten vom Dorfteich zeigten, was man kann
und nahmen sich fleißig dieser Sache an.
Sie gingen mit aller Ruhe zu Werke
und zeigten sogar den Autos ihre Stärke.
Diese hielten an, die Fahrer hupten und taten fluchen.
Doch die Enten mussten erst jedes Körnchen aufsuchen.
Ein toter Frosch und ein Regenwurm wurden auch noch verschlungen.
Wir machen es freiwillig, keiner hat uns gezwungen.
So halten wir die Straße rein.
Denn alles soll schön sauber sein.
Dann gingen sie zum Teich, ganz gemütlich und gelassen
So, liebe Autofahrer, jetzt könnt ihr wieder rasen.
Bis zum nächsten Mal, da müssen wir wieder ran.
Hoffentlich haltet ihr dann auch wieder an.

Sigrid Richter, Trebsen/ Mulde OT Altenhain


Übers Jahr

Den Müßiggang geschäftiger Wonne
begräbt der Gärtner froh beglückt,
wenn leuchtend scheint des Lenzes Sonne
und die Erde reich mit Grün bestückt.

Im Blau des warmen Sommerhimmels
ergreifen Blütendüfte das Gemüt.
Ein fröhlich Jauchzen und Gewimmel -
das Fernweh singt ein Freudenlied.

Von Farben froh es winkt im Walde
im schaurig' Schein des Herbstes Blitz.
Ein Drachen in froher Mannsgestalte
macht Kinderaugen ganz verschmitzt.

Der eisige Hauch in Winterstagen
erwärmt im Herzen das Gefühl.
Im Flockentanz die Sinne tragen
das Jahr vom Anfang bis zum Ziel.

Geliebte landschaftliche Schönheit
die eines Jahres Welt vollbringt -
ein Zeichen grenzenloser Freiheit.
Das schöne Leben uns gelingt.

Katrin Schröder


10 Jahre sind nun schon vergangen
seit unsre Wandergruppe angefangen.
Wir hatten’s aus der Zeitung ersehen,
dass es nach Belvedere sollte gehen.
Wir wollten wandern in froher Rund,
damit wir fit bleiben und gesund
und in unseren älteren Tagen
den Krankheiten ein Schnippchen schlagen.
Herr Dr. Dohl, der führt die Gruppe an
und zeigt uns, dass er prima wandern kann.
Es geht bergauf und auch bergab,
die Wege kürzt er meistens ab.
Es soll die Spreu vom Weizen sich gleich scheiden,
wer da nicht mithält, soll das Wandern meiden.
So sagt er uns gleich klipp und klar:
„Wir sind hier eine Wanderschar,
wir wolln nicht nur spazierengehn,
er will hier eine Leistung sehn.“
Mir wird dabei ein bisschen bange
und ich überleg mir ziemlich lange,
ob ich dazu wohl hab die Kraft,
doch schließlich hab ich es geschafft.
Ich war dabei die ganze Zeit
und hab noch niemals es bereut.
Was haben wir in den letzten zehn Jahren
schon alles an Gutem und Bösem erfahren.
Wir lernten die Heimat gründlich kennen.
Ich kann nicht alle die Orte nennen,
wohin die Füße uns getragen,
da müsst ihr Rudolf Maschke fragen.
Er führt die Chronik mit Akribie.
So `ne tolle Chronik gab es noch nie.
Er kann auch dichten, und ich weiß,
er gibt auch heute was davon preis.
Wir wandern nach Süden, nach Nord, Ost und Westen.
Im Süden gefällt es uns aber am besten.
Die Berkaer Höhen, der Thüringer Wald,
wir machten vor keinem Berge halt.
So haben wir den Schneekopf und Beerberg bezwungen
und dabei noch Wanderlieder gesungen.
Im Winter sind wir nicht weit gegangen,
haben mit kleinen Touren angefangen.
Es ging nach Ettersburg und Belvedere,
zum Bärenhügel und noch mehr.
Im März wurde das Rautal bedacht,
wir sahen der Winterlinge Pracht.
Auch die Märzenbecher war’n nicht vergessen.
Da sind wir im Hain Großschwabhausen gewesen.
Das Beste war’n dann die Orchideen,
im Leutratal in großen Mengen zu sehen.
Besonders groß war unser Entzücken,
wenn Frauenschuh wir konnten erblicken.
Dies Frühjahrsprogramm gab es jedes Jahr,
was immer wieder uns Freude war.
Und nahte dann die Sommerzeit,
machten wir uns auch zur größeren Fahrt bereit.
Die erste Fahrt ging in die Rhön.
Es war im Mai und wunderschön.
Wir sind auf die Wasserkuppe gestiegen,
dort sahen wir Segelflugzeuge fliegen.
Die Milseburg, der Kreuzberg und der Heidelstein,
die sollten unsre nächsten Ziele sein.
Die saftigen Wiesen und Wälder sind grün
und überall goldenen Trollblumen blühn.
Die Bilder werden uns lange begleiten
und geben uns Kraft für kommende Zeiten.
Weil alle so begeistert waren,
sind wir im nächsten Jahr nochmal hingefahren.
Da konnt ich nicht mit, es tat mir leid,
so verpasste ich eine schöne Zeit.
Die nächste Tour ging ins Bayernland,
nach Ainring, wo sich der singende Wirt befand.
Auch das war eine Reise wert,
ich war nicht dabei, ich hab’s nur gehört.
Danach sind wir in den Harz gefahren.
Ich will schnell erzählen, wo wir alles waren.
Wir sind durch’s Bode- und Selketal gelaufen.
Zum Brocken hoch mussten wir ganz schön schnaufen.
Doch haben wir ihn schließlich erklommen.
Wir sind auch zur Teufelsmauer gekommen.
Wir waren in Gernrode und der Burg Falkenstein
und fuhren auch mal in den Stollen ein.
Am Abend hatten wir den Gastraum allein.
Da war gemütliches Beisammensein.
Die Zeit verging im Sauseschritt,
und auch wir liefen tapfer mit.
1997, im nächsten Jahr, die Wanderwoche in
Siegmundsburg war.
Peter Voigt war diesmal der Wanderleiter,
und alles ging genauso gut weiter.
Wir wanderten so gerne den Rennsteig durch das Land,
wir schauten in die Ferne, und viel war uns bekannt.
Auch nach Oberweißbach und Steinheid sind wir gefahren,
haben dort viel von Friedrich Fröbel erfahren.
Zwei Mal sind wir im Thermalbad geschwommen,
das ist uns ausgezeichnet bekommen.
Doch die schöne Zeit bald zu Ende war.
Nun freun wir uns auf das nächste Jahr.
Es kam dann noch zu unsrer Truppe
die neue kleine Wandergruppe.
Wenn man dann nicht mehr hat die Kraft
und große Strecken nicht mehr schafft,
so kann man auch noch weiterwandern
in froher Runde mit den andern.
In Bad Elster hatten wir eine schöne Zeit.
Wir waren täglich zum Wandern bereit.
Der Weg gleich oberhalb vom Ort
setzt sich in einen Rundweg fort.
Und hatte man genug von der Wanderei,
kürzte man ab, das ging 1-2-3.
Wir haben auch heilkräftiges Wasser getrunken.
Manchmal hat das ein bisschen gestunken.
Eine Fahrt ging nach Marienbad,
was noch mehr heilkräftige Quellen hat.
Auch dort haben wir uns nicht geniert
und einige davon ausprobiert.
Über Eger ging es dann retour.
Das bot uns manches an Kultur.
Wir suchten die Spuren von Wallenstein,
das Schicksal holte ihn hier ein.
Die Tage waren schön, wir haben auch gesungen
und abends öfter das Tanzbein geschwungen.
Doch ging diese Woche schnell dahin
und wir mussten wieder nach Hause ziehn.
Bei der Wandertour im vorletzten Jahr
Martin Henze der Wanderleiter war.
Bad Blankenburg hatte er ausgewählt,
wovon er sicher gern erzählt.
Ich war leider nicht mit bei den schönen Tagen,
drum kann ich euch davon auch nichts sagen.
Tiefenbach im Oberpfälzer Wald
war letztens unser Sommeraufenthalt.
Im Russenbräu, da fanden wir Quartier,
die allerbeste Küche, die war hier.
Drei tolle Gänge gab es jeden Abend,
das war sehr sättigend und labend.
Wir wanderten zum Silbersee und auch nach Cham.
Der Große Arber stand auf dem Programm.
Und Regensburg, die alte deutsche Stadt,
sehr viel Historisches zu bieten hat.
Zur großen Donaubrücke kamen wir herein,
sie war sehr alt und schon gebaut aus Stein.
Der Rundgang durch die Stadt war interessant.
Mit Dom und Rathaus wurden wir bekannt.
Das alte Kaufmannsviertel war auch unser Ziel.
Der junge Mann, der führte, wusste viel.
Von der Walhalla am Donaustrand
schaute man weit ins liebliche Land.
Berühmte Menschen aus der Geschichte
bekam man drinnen zu Gesichte.
Doch schließlich war die Wanderwoche aus
und voll befriedigt fuhren wir nach Haus.
Das Wandern hat für unser Leben
uns Inhalt und auch Kraft gegeben.
Wir verbrachten dabei viele schöne Stunden
und haben auch liebe Freunde gefunden.
Zwei gute Wanderfreunde mussten uns verlassen.
Hans-Wolf Petzsch und Irmela Pischel sind ihre Namen.
Die Erinnerung an sie wird nicht verblassen,
auch wenn noch neue Freunde zu uns kamen.
Viel Kraft und Mühe hat der Wanderleiter investiert
und uns die ganzen Jahre gut geführt.
Deshalb Herrn Dr. Dohl auch unser aller Dank gebührt.

Dr. Ursula Friedrich, Delitzsch


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