Der „Dichterwettstreit 2008“ Ihres SonntagsWochenBlattes

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Im „Zollhaus“ zu Gast

Dort wo die alte Brücke stand,
ganz vis à vis am Elbestrand
und sich Schloss Hartenfels erhebt,
da hab ich neulich was erlebt.
Fast hätte ich es übersehen,
ein Kleinod sah ich vor mir stehen.
Das „Zollhaus“ lud mich förmlich ein,
verblieb auch dort beim Schoppen Wein,
hat mich zum Essen angeregt,
dann war ich ganz gut aufgelegt.
Und eines weiß ich ganz genau,
demnächst komm ich mit meiner Frau hierher,
wenn wir auch schwitzen,
man kann im Schatten sitzen.
Was früher „Zollhaus“, jetzt Lokal,
ganz zum Verweilen, ideal.
Drum Wandrer Meier, Schulze, Krause,
hier lohnt sich wirklich eine Pause.

Günther Fiege, Torgau


Der Frühling

Der Frühling kommt mit Sturmgebraus
und breitet seinen bunten Teppich aus.
Die Felder fangen an zu sprießen,
die ersten bunten Blumen grüßen.
Die Vögel fangen an zu singen
gar herrlich ihre Stimmen klingen.
Es tönt, es singt, die Biene summt,
gar manche dicke Hummel brummt.
Die Schmetterlinge fliegen wieder,
es blüht auch schon der erste Flieder.
Die Bäume fangen an zu blühn
und so wird alles bunt und grün.
Im nahen Teich die Frösche quaken,
wir feiern Hochzeit, sie uns sagen.
Auf der Leine flattert die Wäsche im Wind,
es ist wieder schön, die Luft ist lind.
Dazu der Abend Glockenklang,
sie klingen übers ganze Dorf entlang.
Man sitzt wieder im Garten in der Natur,
es ist wieder Frühling auf weiter Flur.
Und kommt auch mal von ungefähr,
ein Gewitter mit Blitz und Donner daher,
lassen wir uns es nicht verdrießen,
den Frühling freudig zu begrüßen.

Sigrid Richter,
Trebsen/ Mulde OT Altenhain


Meine kleinen Freuden

Nicht erst jetzt, seit Langem schon
liebe ich kleine Tierfiguren aus Ton.
Aber auch welche aus Naturmaterial.
Aus was auch immer, ist mir egal.

Ich brauche sie zur Freude an allen Tagen
und alle haben mir etwas zu sagen.
Sie sehen lieb und lustig aus,
vor allem „Wanda“, die kleine weiße Maus.

Sie sieht der echten ähnlich zum Erschrecken,
konnte schon manchen Betrachter necken.
Neben ihr steht „Susi“, das kleine Küken,
zottlich, aus Bast, man muss es lieben.

Dann steht da noch „Hugo“, der kluge Rabe
ihm fehlt nur die Brille – keine Frage.
Er hört geduldig dem Gewisper der anderen zu.
Wenn’s ihm zu viel wird, gebietet er Ruh’.

Die Ente „Gertrud“, die Schönste von allen,
an ihr habe ich den größten Gefallen,
hebt beide Flügel wie zum Angriff bereit,
verteidigt mich wohl zu jeder Zeit.

Sie alle stehen in meinem Küchenfenster,
vermitteln mir Freude, vertreiben Gespenster.
Ihr leises Gewisper weiß ich zu deuten.
Das sind so meine kleinen Freuden.

Ingeborg Hoppe,
Friedeburg/ Mansfelder Land


Altenhain im Jahre 2008

Wie bist du entstanden, viele sich fragen,
Es begann1358 auf einem alten Hagen
Mitten im Wald auf weiter Flur
umgeben von einer herrlichen Natur.
Unsere Vorfahren gingen auf Jagd, sammelten Pilze und Beeren,
Einer ließ den anderen gewähren.
Für den Hagen wurde ein Stück Wald geschlagen
Man brauchte damals keinen fragen.
Die Menschen bauten Hütten darauf
So nahm das Leben seinen Lauf.
Die Mönche und Nonnen von Grimma gingen dran,
Und nutzten zur Fischzucht die 24 Teiche dann.
Der Fisch wurde gebraucht an Fastentagen,
Wollt man nicht am Hungertuche nagen.
Die Teiche entstanden ganz früher einmal,
Als Relikt vom Muldeurstromtal.
Heute sind nur noch drei übrig geblieben,
Im Laufe der vielen Jahre mussten sie weichen für Felder und Wiesen.
Damals entstand ein Dorf mit Gut und Kapelle
Später baute man noch eine Kirche auf die Stelle.
Der Gutsherr gab Wiesen und Ackerland,
Sodass der Bauernstand entstand.
Der 30-jährige Krieg und die Pest zogen durch das Land,
Doch Altenhain hatte auch weiter Bestand.
Die Bauern auf den Hufen, fleißig und bescheiden.
Bestellen das Feld, ließen ihr Vieh auf den Wiesen weiden.
Sie erbrachten dem Herrn wie immer den Zehnt,
Waren es doch von jeher so gewöhnt.
Viele Jahrhunderte gingen vorbei,
Dann wurde auch der Bauer frei.
Im 19. Jahrhundert begann dann der Steinabbau vor den Toren.
Der Steinarbeiter-Beruf wurde geboren.
Dazu kam etwas später noch die Eisenbahn,
Womit die technische Revolution begann.
Nach mühseliger Handarbeit im Steinbruch
Wurde die Lore mit der Hand geschoben,
Jetzt wurden die Loren von einer Lokomotive gezogen.
Das Fahrrad wurde erfunden und das Automobil,
Von diesen Dingen träumte man früher nie.
Das Dorf wurde größer und immer breiter,
Jetzt gab es Bauern, Eisenbahner und Steinarbeiter.
Im 20. Jahrhundert wurde eine Arbeitersiedlung gebraucht.
Der Gutsherr gab’s Land, dann wurde darauf eine gebaut.
Zwei böse Kriege musste das Land noch ertragen.
Dadurch war manch Vater und Sohn zu beklagen.
Durch manches Tief und Höhen wir stiegen,
Altenhain ließ sich nie unterkriegen.
Überstand Bombenangriff und schlechte Tage,
Und wenn die Urenkel mal stellen die Frage:
Wie war das früher, wie habt ihr das alles geschafft?
Nur Fleiß, Zuversicht, Glaube und Hoffnung gab uns die Kraft.
Man darf niemals aufgeben, muss immer weiter streben.
Dann habt ihr auch ein erfülltes Leben.
Ganz gleich, ob du ein Armer oder Reicher bist,
Nur durch Arbeit das alles zu erreichen ist.
Das Ergebnis fahren wir dieses Jahr ein,
Denn wir feiern 650 Jahre Altenhain.
Wir hoffen, dass unser Dorf weiter besteht
Und auch in weiter Zukunft nicht untergeht.

Sigrid Richter, Trebsen/ Mulde OT Altenhain


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