Der „Dichterwettstreit 2008“ Ihres SonntagsWochenBlattes

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Freunde machen das Leben erst schön

Das Leben ist im Alter auch schön,
Was mir als junger Mensch verweigert wurde,
darf ich jetzt sehn.
Wenn der Winter kommt, mache ich Urlaub,
wie es mir gefällt, da pack ich die Koffer
und fahr um die ganze Welt.

Ich liebe die fernen Länder, besonders die Türkei,
Märchen werden wahr, Side – du bist mir nicht einerlei.
Schöne Landschaften verzaubern mich,
die Mentalität der fremden Menschen genieße ich.

Dort scheint die Sonne den ganzen Tag,
da kann ich baden, solange ich mag.
Ich genieße die Natur und geh gerne wandern,
da fühle ich mich ganz heimisch bei den andern.

Die schöne Zeit vergeht im Flug,
dann wartet auch schon wieder mein Zug.
Mein kleiner Garten ruft mich jetzt heim,
im Frühling bin ich nicht mehr allein.

Viele Zugvögel kommen aus dem Süden zurück.
Meine Freunde wollen grillen, sie haben Glück.
Wir feiern bis weit in die Nacht und
dabei wird gesungen und viel gelacht.

Karl Nagel, Panitzsch


in gemeinsamer Arbeit für meine Enkeltochter

Das Leben ist schön

Ja, mein Opa hat recht.
Am Baumstamm hackt nach Insekten der Specht.

Ich hacke mit dem „Füller“ auf dem Papier herum,
damit ich in die Zeitung „kumm“.

Ja, mein Opa hat recht.
Er spricht in der Natur mit mir nur leise.
Sagt dann auch mal laut und deutlich „Scheiße“.

Wenn er wieder ein Übel hat entdeckt
oder in seiner Haut eine Zecke steckt.

Ich geb’ ihm trotz allem einen Kuss.
Mach’ jetzt aber aus Schlafensgründen Schluss.

Dreh’ mich ein bisschen her und hin.
Der ganze Tag geht mir nicht aus dem Sinn.

Denke einschlummernd noch an dieses, mein Leben.
Etwas Schöneres kann es doch gar nicht geben.

Rainer Schöche, Nünchritz


Das Leben ist schön

Das Leben ist schön.
Man kann es sehn:
Emely, das Vorschulkind
lernte schwimmen ganz geschwind.
Tauchen, springen, kein Problem
und erfreulich anzusehn.
Das Schwimmen ist schön.
Man kann es sehn!
Will sie einer fangen
mit Spießen und Stangen,
lacht sie ihn aus,
reitet auf dem „Seepferdchen“ nach Haus.......!

Ilona Opolka, Borsdorf


Aus der Sicht eines Erwachsenen.

Das Leben ist schön

Mit dem Leben ist das so, wie mit allen Sachen.
Was die Irmgard grämen tut, bringt den Hans zum Lachen.

Als ich just zum Osterfest Meister Lampe sah –
Nein, ihr Leute es ist kein Witz. Er war mir so nah.

Schnell wollte ich das Ereignis mitteilen.
Konnte deshalb am Ort nicht länger verweilen.

Zu Hause hab ich es getan.
Gleich prusteten sie und lachten laut.
Die Story kam dort nicht an.

Und trotzdem, das Leben ist schön, dachte ich.
Allein schon des Feldhasen wegen.

Danach las ich die Zeitung und glaubte es nicht.
Nun begann Unmut sich in mir zu regen.

In einem Artikel stand dort, unglaublich – bah!
Die Population der Hasen hat sich in Sachsen erholt.
Sie ist wieder da.

Warum? – erfuhr ich nicht und auch nicht – wo?
Vielleicht alle freigelassen aus einem Zoo.

Oder vom Zauberer geliehen, der gerade aus seinem Hut ein Langohr entnimmt.
Der Trick ist alt und er gelingt.

Doch die Hasenmenge so nicht zusammenkommt.
Verdummung also, folgerte ich prompt.

Gleichzeitig Wehmut mich überkam.
Bei allem Fortschritt. Die Natur wird arm.

Selbst der Jägersmann, er pirschte einstmals zur Kanzel mit Lust.
Heute fährt er dorthin mit Allrad und Frust.

Weil die Pacht kostet Geld. Das muss wieder rein.
Heimatschnulzen im Fernsehen sind alles nur Schein.

Ja, wir Erwachsenen haben and’re Probleme.
Die meisten kennen auch nur ihre Bäume „daheeme“.

Jeder denkt zuerst an sich in großem Stil.
Geld, Hab und Gut ist das begehrteste Ziel.

Hier die Wurzeln kaputt. Ein Baum fällt um.
Dort, die Technik – erstaunlich. Ach was, sei’s drum.

Beim straßennahen Ackern so alles zu Schaden kommt.
Nur gegen globale Erwärmung sind alle. Das kommt prompt.

Wo bleibt die Verantwortung? – Wenigstens das Gefühl.
Doch, wie noch unterscheiden zwischen Gutem und Müll.

Und die Pole, sie schmelzen. „Ach lasst mich in Ruh.“
Mensch kontra Natur. Auch du schaust nur zu!

Bist selbst Mitgestalter im Weltgetriebe.
Mehr Umsicht also und mehr Liebe.

Mit Kleinigkeiten fing alles mal an.
Heute der Hase, morgen die Wurzel, der Baum, der Stamm.

Deshalb: Wacht auf ihr Träumer ,
Werdet wieder Bauern, ihr Säumer.
Auch Heger, ihr Jäger.
Standhafte Politiker – nicht nur Verkünder.
Dann wird das Leben schön und schon morgen gesünder.

Rainer Schöche, Nünchritz


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