Der „Dichterwettstreit 2008“ Ihres SonntagsWochenBlattes

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Sommer

Wenn die Nächte kürzer und die Tage länger werden
Wenn nur noch eine leichte Brise weht
Wenn die Vögel wieder zu uns kehren
Und sich jeder nach der Liebe sehnt.

Wenn die Kinder wieder draußen spielen
Wenn die Veilchen ihre Köpfchen zeigen
Wenn süße Düfte durch die Lüfte fliegen
Und Seerosen auf dem Teiche treiben.

Wenn die Sonnenstrahlen durch die Wolken kriechen
Wenn Sträuche blühn wie der Forsythia
Wenn bunte Blumen wieder sprießen
Dann ist der Sommer endlich da!

Steffi


Fragen an die Welt

Sag mir, warum ist die Erde kugelrund?
Warum haben wir Nase, Augen und Mund?
Warum sind wir alle verschieden, und doch so gleich?
Und trotzdem gibt es Krieg, der ständig durch die Welt schleicht.

Sag mir, wie fühlt sich Weltfrieden an?
Ohne Streit und Ärger, ohne Angriffswahn.
Wie kann es so etwas geben?
Wie würden wir dann leben?

Wo kommen die ganzen Menschen her?
Wo leben sie gut, wo leben sie schwer?
Manchmal fragst Du Dich:
Wo kommt der denn her,
dieser seltsame Gefährte?
Dabei darfst Du nie vergessen:
Wir stammen alle von derselben Erde.

Wann wird es die ganze Welt begreifen,
Gewalt und Kriege zu vermeiden?
Wann wird es jeder sehen: Wir sind ein Kreis.
Und jeder gehört dazu, egal, ob Schwarz oder Weiß.

Steffi


Das Leben ist schön

Oh,was sind das dort für Berge?
Das ist Herr Maulwurf,
der gräbt sich durch die Erde.

Viel Gekrappel in den Gängen denn
die Vögel locken mit ihren Gesängen.
Die Sonne leuchtet sehr und
alle Wurzeln wachsen kreuz und quer.

Was für ein Leben in der Bude,
da gibt es viel für meine Schnute.
Nun kommt auch noch ein schnuckliches Maulwurfsweib.
Ach ja, es ist die Frühlingszeit.

Corinna Wendt, Zschorna


Keine Zeit!

Die Zeit ist doch ein kleines Wunder.
Monat für Monat wird die Welt immer bunter.
Der Frühling, der Sommer, der Herbst und der Winter,
das sind vom Jahr die vier Kinder.

Die Zeit steht niemals still,
der Knospenknall im Frühling ist ganz schrill.
Tag für Tag kann man neue Sachen entdecken.
z.B. Vogelkinder sitzen im Nest in den Hecken.

Der Greif zieht am Horizont majestätisch seine Runde,
die Natur bewegt sich Sekunde um Sekunde.
Die Blüten entfalten sich zu einer schönen Pracht.
Bienen arbeiten fast Tag und Nacht.

Bald kann man schon überall Früchte erkennen.
Das ist doch ein wahres Wettrennen.
Obst und Gemüse kommen in die Keller,
und bald landet es auf unsre Teller.

Auch die Tierwelt sammelt fleißig,
um nicht zuverhungern,
wenns Draußen ganz eisig.
Also keine Zeit !

Corinna Wendt, Zschorna


Das Leben ist schön
… ich glaub, unser Garten auch!

Seit des Winters milden Zeiten,
sich im Heidegarten die Rosatöne verbreiten.
Gern schaute ich immer wieder hin.
Und tatsächlich – im März waren die ersten Bienen drin.

Bald ist hoffentlich der Ginster dran!
Wenn er dieses Jahr nicht blüht, muss er weg – sagt mein Mann.
Doch welche Überraschung, der Busch ist mächtig.
Mitte April zeigten sich zarte gelbe Spitzen bedächtig.

Zwischendurch kämpfte die kleine Strahlenmagnolie gegen den Regen.
Mit 22 stolzen Blüten prahlte sie mit jungem Leben.
Die haben Freunde mal meinem Mann geschenkt.
Ich glaub schon, dass er das bei Fällabsichten bedenkt!

Jetzt ist Mai und die kugelige Weihmuthskiefer schiebt die weichen Triebe.
Sie ist mal von Mutti – ach wie sehr ich sie liebe!
Ein gekonnter Schnitt bringt die Kiefer jährlich in Schwung.
Sie bleibt so niedrig und wirkt ziemlich jung.

Inzwischen ist das Hochbeet bestellt.
Radieschen und Salat kosten nun kein Geld.
Auch das Kräuterbeet darf bei mir nicht fehlen.
Morgen will ich gleich die Vielfalt mal zählen.

Selbst der Teich zeigt stolz seine bizarre Pflanzenwelt.
Nun ist die Bank wieder gestrichen und aufgestellt.
Ich will nicht endlos über den Garten schwärmen und berichten.
Aber glaubt´s mir – er ist sooo schön, da muss man einfach dichten!

Uta Wagner


Heimat

Heimat, teure, Heimat, schönstes Plätzchen auf der Welt,
du bist nicht zu haben für Gut und nicht für Geld.

Die Liebe der Eltern genossen,
mit den Freunden gescherzt, gespielt und gelacht,
so wurden die Kinderjahre verbracht.

Doch zog es manch Einen später in die weite Welt hinaus,
vergaß er’s nicht, das liebe Elternhaus!

Das Leben ist hart und geht seinen Lauf,
mal geht es bergrunter und mal bergauf.

Doch naht im Alter des Lebens Ende,
nehmen auch die Gedanken eine besondere Wende.

In stillen Stunden kehren sie in die Heimat zurück,
man denkt gern an Freunde, an vergangenes liebevolles Glück.

Was kann einem da wohl nicht’s Schön’res geschehn,
als wenn man seine Freunde und die Heimat einmal kann wiedersehn!

Erika Marx, Spansberg


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