Der „Dichterwettstreit 2008“ Ihres SonntagsWochenBlattes

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Die Spinne !

Ich stehe in der Küche am Herd und koche fein.
Plötzlich , hör ich die Mädels aus ihren Zimmer schrein.

So geh ich in das Zimmer rein ,entdecke die Kinder in einem Versteck.
Sie zeigen mit dem Finger auf die Wand ,dort ist ein schwarzer Fleck.

Von weiten sehe ich, ach welch graus ,es ist eine Spinne die muss hier raus.
Die Mädels schreien Mama, Mama mach sie weg ,sonst schlafen wir
heute Abend nicht hier im Bett.

Wo kommt die Angst, die Angst der Kinder vor den Spinnen nur her.
Ich glaub es ist nicht schwer, selbst ruf ich, den Papa immer her.

Doch leider ist er heut nicht im Haus, nun muss ich selbst die Spinne entfernen, mir grauls.
So ging ich an die Wand nahm die Spinne mit Zellstoff in die Hand.

Ich lief schnell aus dem Haus und warf die Spinne aus dem Zellstoff ins Gras wieder raus.

Ich ging zu den Kindern wieder hin und sagte die Spinnen sind nichts für drin.

Spinnen sind nicht so schön anzusehen, doch für die Natur sind sie wunderschön.

Sie fressen Insekten und fangen sie im Spinnennetz ein ,so wachsen sie und bleiben nicht klein.

Annerose. Kusznjez , Bennewitz


Am Dorfrand

Milder Himmel über
augenstechend gelben Raps vor
sanfter Waldkulisse
plötzlich ein rotes Schlängeln und Summen-der Zug nach Leipzig.

Am Feldrand
kleines Giftgrünbraun: die Eidechse.
Hier wohne ich, helles Haus vor grünlackierter Bank und weißgrauschwarzem Birkenstamm.

Ursula Rüdiger, Belgershain


Ferienzeit
(Saubachspiele)

Ach, wie haben's Kinder schön:
Könn' im Sommer baden geh'n!
Ist es ihnen noch zu kalt,
stürmt die Bande in den Wald!

Ein gutes Stück vom Försterhaus,
geschieht die Planung eines Bau's.
Freigemacht sind schnell die Beine,
denn jetzt schleppt man dicke Steine!

Stapelt sie gleich in's Gewässer...
aus dem Walde holt man Hölzer.
Dicht und fest wird nun der Damm,
und das Wasser steiget an!

Mit dem Messer, klitzeklein,
schnitzt man sich dann Schiffelein.
Und ein Einschnitt in dem Damm,
treibt eine kleine Mühle an.

Im Amselgrund, ein Laubenpieper,
dem sträubt sich wieder das Gefieder:
Er wollte sein Gemüse gießen...
doch sieht er kein Wasser fließen!

Ganz anders oben in dem Wald,
dem werden heut' die Füße kalt.
"Land unter" ist dort angesagt,
die Übeltäter -weggejagt!

Reinhold König, Bennewitz


Am Rehberg

Der kleine Hügel dort im Wald,
zieht immer schon die Kinder an.
Im Winter, um dort Ski zu fahr'n,
Ansonsten werden Buden gebaut.

Dann treffen sich die kleinen "Banden",
Robin oder Winnetou haben sie sich getauft,
und es wird wie bei echten Helden gerauft!
Beim kämpfen kennen sie keine "Verwandten"!

Wenn dann bricht die Nacht herein,
wird schnell noch Frieden geschlossen!
Nur auf dem Heimweg wird noch auf Mücken geschossen.
Zum Essen woll'n alle zu hause sein.

Reinhold König, Bennewitz


Auf dem Wachtelberg

Der Fluss zieht leise durch das Land,
gesäumt von vielen Feldern.
Es ist das Muldental bekannt,
mit seinen Auenwäldern.

Vom Wachtelberg, dem Bismarckturm,
laß einen Blick Du schweifen.
Zu sehen gibt es viel ringsum,
auch sieht man Obst dort reifen!

Püchauer Schloß und Mühlentürme;
Muldenbrücken und das Wehr.
Neue Häuser, nah und ferne.
Nun schwimmt auch noch ein Schiff daher!

Bis zum Collmberg und nach Machern,
kannst Du Deine Heimat schauen.
Steinbrüche in Hohburg's Bergen:
Nötig, doch der Umwelt Grauen!

Kommt das Frühjahr in das Land,
zieht's den Wanderer hierher.
Die Kuhschelle, hier Osterblume genannt,
ist dieses kleinen Berges Zier.

Reinhold König, Bennewitz


Der Wald im Mai

Es ist erst eine Woche her -
wie hast du dich verändert!
Du bist gewachsen und so schön,
dein Blätterdach ist fast vollendet.

Es ist erst eine Woche her,
da waren es noch Knospen.
Jetzt ist es grün - ein Blättermeer,
Waldmeister blüht und Maiglöckchen zu deinen Füßen.

Geborgen fühlen sich die Vögel,
in deinem Schutz wächst neues Leben.
Ich fühle mich wohl bei dir,
hier find ich meinen Frieden.

Oh, sag es allen!
Lasst den Streit,
das Leben ist so schön!
Seht die Natur -
erhaltet sie - ich fleh euch an.
Wir brauchen den Wald.
Wir finden dort Ruhe.

Werner Müller, Brandis


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