Der „Dichterwettstreit 2008“ Ihres SonntagsWochenBlattes

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Die Sonne geht unter über Afrika

Die Sonne strahlt rot über Afrikas Savanne,
ihren warmen Duft genieße ich noch lange.
Ich sehe in der Ferne einen schönen Baum,
es ist, als wäre ich hier nur im Traum.

Der Himmel wird rot über Afrika,
es kommen viele Vögel von fern und nah.
Sie suchen einen stillen Platz
und dabei machen sie viel Rabatz.

Elefanten baden im Wasserloch,
„Was für zärtliche Tiere“, denke ich doch.
Wirst Du auch alles mit mir teilen?
Und nicht wie die Antilopen davoneilen?

Ich schaue gelassen in die Ferne, da sehe
ich auch schon das Glänzen der Sterne.
Das Rot ist jetzt verschwunden,
was waren das heute für schöne Stunden.

Tiere rufen ein letztes Mal,
nachdenklich schau ich ins Savannental,
es ist Zeit zum Schlafengehen,
der Tag sagt nun auf Wiedersehen.

Die Dunkelheit spannt ihre Flügel auf,
Wärme dringt in meinen Körper hinauf.
Ein Lagerfeuer knistert ganz hell, da höre ich
von den Löwen ihr Gebell, Hyänen, sie schreien,
wie mag der neue Tag wohl sein?

Die Trommeln, sie rufen, die Nacht wird noch lang,
kommt! – lasst uns jetzt tanzen mit viel Gesang.
Ich lass mich jetzt fallen, vom Rhythmus gepackt,
oh, schöner Himmel – welch herrliche Nacht.

Eine Hand greift nach mir. Ich schaue dich an,
ich hab dich lieb – du mein Ehemann.
Es war alles geträumt, im schönen Garten,
nun lasse ich dich nicht länger warten.

Petra Ulbrich, Panitzsch


Kein Aprilscherz!

Von der Krankheit abgesehen,
ist das Leben ja so schön!
Mit etwas Geld, nicht nur zum Naschen,
und was zu trinken in den Taschen.
Mit Freude an der Arbeit
und einem hübschen Kleid,
mit Lachen am Tag,
mit Nachbarn ohne Plag’
ist es noch schöner.
Doch alles zusammen hat wohl keiner.
Ein liebendes Herz
übertrumpft jeden Nerz!
Bei Regen und bei Sonnenschein
wolln wir uns des Lebens freun.

Dr. Jürgen Leidert, Riesa


Gründe

Und weil ich nicht weiß, wie man lebt,
ohne sich zu blamieren,
da sage ich: " Das Leben ist schön."
Um der Erfahrungen Willen,
die ich machen darf.

Und weil ich nicht weiß, wie man lebt,
ohne andere zu hassen,
da sage ich: " Das Leben ist schön."
Um der Versöhnungen Willen,
die ich machen darf.

Und weil ich nicht weiß, wie man lebt,
ohne vom Pech verfolgt zu werden,
da sage ich: " Das Leben ist schön."
Um der Glücksmomente Willen,
die ich genießen darf.

Und weil ich nicht weiß, wie man lebt,
ohne einen guten Freund zu verlieren,
da sage ich: " Das Leben ist schön."
Um des Verständnisses Willen,
das mir die Gesellschaft entgegenzubringen bereit ist.

Und weil ich nicht weiß, wie man lebt,
ohne zu lügen,
da sage ich: " Das Leben ist schön."
Um der Wahrheiten Willen,
die ich mir selbst eingestehen kann.

Und weil ich nicht weiß, wie man lebt,
ohne zu sein wie jeder andere Mensch auch,
da sage ich: " Das Leben ist schön."
Um der Besonderheit wegen,
die mir doch stets widerfährt.

Und weil ich all das weiß,
da sage ich: " Das Leben ist schön.".
Um des Vertrauens Willen,
das das Leben mir entgegenbringt
und das ich
- mit großem Stolz im Herzen -
guten Gewissens erwidern kann.

Kristin Louise Fraß, Herzberg (17 Jahre)


Das Leben ist schön,
man kann es sehn.
Blickt man in Kinderaugen von tiefstem Blau,
ist auch der dunkelste Himmel nicht mehr grau.

Ein neues Menschlein,
ganz zart und fein,
muss der Sonnenschein
aller Tage sein.

Ob es weint oder lacht,
am Tag oder in der Nacht-
jeder ist glücklich,
wenn es erwacht.

Vergessen sind Nächte fast ohne Schlaf,
wenn man das Kinderlachen hören darf.

Ein armer Mensch, der nicht so empfindet,
bei dem nicht die Sorge des Alltags entschwindet.

Wenn man das Glück erlebt,
in strahlende Kinderaugen zu sehn,
kann man nur sagen:
Das Leben ist schön!

Edith Tietze (64 Jahre)


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