Nur 47 flügge Jungstörche

Hohenleipisch. Das Storchenjahr begann mit etwas weniger Verzug als 2016. Die Ankunft der Altstörche in ihren Brutgebieten zog sich vom 26. März bis Anfang Mai. Zu den Nachzüglern gehörten Stolzenhain und Prieschka. Hier wurde auch noch mit der Brut begonnen. Während einige Jungstörche schon ausgeflogen sind, ist der Jungstorch in Prieschka erst halbwüchsig. Vermutlich werden die Altstörche etwas später in den Süden aufbrechen, um ihren Nachwuchs noch flugreif zu füttern. Anfang Juni fand man unter dem Nest in Beiersdorf einen Jung-storch mit einer Ringelnatter im Schnabel. Sehr wahrscheinlich ist er daran erstickt. In Kosilenzien wurden die Jungstörche am 13. 6. vermutlich Opfer eines Seeadlers. Am 22. 6. gab es einen starken Sturm mit Gewitter, Starkregen und Hagel.

Die zwei Jungstörche von Beiersdorf lagen mit dem Nest tot unter dem Mast. In Theisa, Kröbeln und Oschätzchen sind die Jungen seit dem vermisst.
In Möglenz haben wir leider auch einen verletzten Altstorch zu verzeichnen. Hier engagierte sich H. Teichert und brachte das Tier in die Pflegestation nach Reddern. Nach kurzer Pflege konnte er wieder ausgewildert werden.
Bei Horstkontrollen durch NABU-Weißstorchbetreuerin Petra Wießner und durch Meldungen von Weißstorchfreunden gelang es, 30 besetzte Horste im Altkreis Bad Liebenwerda zu registrieren. Unbesetzt blieben 2017 leider 13 Horste (Vorjahr 8). Und zwar in Bad Liebenwerda Fitzkowplatz und Lessingstraße, Elsterwerda-Gartenstadt, Plessa-Feuerwehr, Schraden, Maasdorf-Natoureum und Brennereischornstein, Gröden-Trockenwerk, Thalberg und Großthiemig an der Schmiede sowie Koßdorf, Hirschfeld und Beutersitz.

In Wahrenbrück und Bad Liebenwerda, Bieligkhof kam es zu keiner Brut. Altstörche waren aber anwesend. Ausfliegen werden voraussichtlich 47 Jungstörche. Damit ist es nach 2013 mit 9 flüggen Jungtieren das dritt schlechteste Jahr seit 1993. Es gab keine Viererbrut. Weiterhin sieben Dreierbruten, elf Bruten mit zwei Jungtieren und vier Brutpaare zogen nur einen Jungstorch groß. Es gelang, Ringstörche auf den Nestern abzulesen. In Prösen brütet ein Brutpaar nun schon das 4. Jahr gemeinsam. Beide Altstörche sind beringt und 9 bzw. 10 Jahre alt. Der Ringstorch in Plessa-Süd ist bereits 17 Jahre. Ein stolzes Alter für einen freilebenden Weißstorch. Er wurde 1999 in Zabeltitz nestjung beringt. Petra Wießner, Ehrenamtlicher NABU-Weißstorchbetreuer Altkreis Bad Liebenwerda