Zwischen Weltgeschichte und Hintergründen

Der Autor des SWB-Reihe zu „Luther & die Fürsten“ Robert Schmidt (Bild Mitte) während einer Führung durch die 1. Nationale Ausstellung im Schloss Hartenfels in Torgau. Das Sonntags WochenBlatt begleitete den Oschatzer und seine Zuhörer bei einer Führung. Der Autor des SWB-Reihe zu „Luther & die Fürsten“ Robert Schmidt (Bild Mitte) während einer Führung durch die 1. Nationale Ausstellung im Schloss Hartenfels in Torgau. Das Sonntags WochenBlatt begleitete den Oschatzer und seine Zuhörer bei einer Führung. Foto: SWB/HL

Torgau. Hektische Betriebssamkeit an einem ganz normalen Museumsdienstag auf der 1. Nationalen Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ auf Schloss Hartenfels in Torgau. Die Sommerhitze wabbert und liegt bleischwer über der Stadt. Der Oschatzer Heimatautor, Robert Schmidt, bietet an bestimmten Tagen liebevoll gestaltete und mit einem großen Fachwissen ausgestattete Führungen und auch thematische Vorträge an.

Um 11 Uhr ist Treffpunkt an der Rezeption: Immerhin 25 wissbegierige Ausstellungsbesucher, darunter auch einige Kinder, wollen sich die Zusatzinformationen nicht entgehen lassen. Schnell ist die „Reisegruppe Schmidt“ beisammen und vollständig. „Wir müssen ein wenig Improvisieren“, erklärt Robert Schmidt zur Begrüßung. „Zurzeit sind zwei Gruppen in der Ausstellung, sodass es doch etwas eng werden könnte.“ So beginnt die Führung eben in der Kurfürstlichen Kanzlei, nur wenige Schritte von Schloss Hartenfels entfernt.

„Während auf Schloss Hartenfels Hartenfels Weltgeschichte geschrieben wurde, erfahren Sie in der Kurfürstlichen Kanzlei die Hintergründe, quasi den Klatsch und Tratsch des Mittelalters.“ Schon erntet Robert Schmidt Aufmerksamkeit, begleitet von einigen „A‘s“ und „O‘s“ ob der Dichte und Fülle der Ausstellungsstücke und nicht zuletzt wegen seinen plastischen Ausführungen. Das Schmidtsche Markenzeichen sind die wortreichen Erklärungen, die Geschichte erlebbar und förmlich greifbar machen.

Zwei ältere Damen stellen abschließend die doch eher weltlich anmutende Frage nach einem Aufzug. Zurück im Schloss muss Schmidt feststellen, dass die geführten Gruppen noch immer in der Ausstellung verweilen. Er nimmt es mit einem Lächeln und lenkt seine Gruppe routiniert in das Kurfürstliche Gemach, wo die staunenden Besucher erfahren, dass das Gemach des Kurfürsten nur durch eine Tür zur Kapelle getrennt war. „Vieles aus der Zeit des Mittelalters basiert auf Legenden“, weiß Schmidt. „Wir haben kaum Handfestes, auch die Jugendzeit Martin Luthers basiert nur auf Vermutungen.“ Ein Blick in die sogenannte Propaganda-Abteilung der damaligen Zeit erinnert an die Medienlandschaft von Heute.

Schließlich geht es in die „Hauptausstellung“, und Robert Schmidt ist seinem Element. Geschichtszahlen, Persönlichkeiten der Zeit, Hintergründe und die dazugehörenden Annekdoten lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Die Besucher honorieren seine Ausführungen mit Staunen und Gelächter, wenn Schmidt die passende Pointe gesetzt hat. Als die Sommerhitze allzu sehr an der Konzentration zu zehren beginnt, ist die gut 60-minütige Führung beendet. Die Teilnehmer waren sich einig, viel Wissenswertes und Hintergründiges erfahren zu haben. Das positive Bild über Torgau rundet sich bei vielen ab, animiert zu positiver Mund-zu-Mund-Propaganda.



SWB/HL

Termine und Kontakt: www.luthermeile.de