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Jürgen Wiesner: „Persönlich mit Torgau verbunden“

Jürgen Wiesner: „Für mich schließt sich nach 40 Jahren mit dem Auftritt in Torgau der Kreis.“Foto: privat Jürgen Wiesner: „Für mich schließt sich nach 40 Jahren mit dem Auftritt in Torgau der Kreis.“Foto: privat

Torgau, 13. 4. 2018. Großes Spielleutetreffen am Samstag dem 21. April im PEP-Torgau. Heute im Interview dazu Ideengeber und Vorstandsmitglied der PEP-Werbegemeinschaft, Jürgen Wiesner.

SWB: Guten Tag Herr Wiesner, eigentlich kennen wir Sie als Inhaber von Greenburry Taschen-Koffer-Accessoires im PEP Torgau. Heute sind Sie hier, damit unsere Leser erfahren, was es mit dem ersten Spielleutetag in Torgau auf sich hat und wie es dazu kam. Ich nehme an, Sie beschäftigen sich schon länger mit Spielmannsmusik?
Jürgen Wiesner: Ja natürlich, genaugenommen seit 1977, als eines der damaligen Gründungsmitglieder des Stadtfanfarenzuges Markkleeberg.

Oh, eine lange Zeit mit sicher vielen Auftritten, trotzdem die Frage: Wird das viele marschieren und Fanfarenmusik machen nicht irgenwann etwas eintönig?
Keinesfalls, die ersten Jahre sind natürlich geprägt vom Erlernen der Instrumente, danach wird man seine Kenntnisse idealerweise ein Leben lang vervollkommnen, in meinem Fall kam dann noch die langjährige musikalische Leitung des Vereins mit Nachwuchsarbeit und jährlichen Vorbereitungen auf sächsische oder andere Meisterschaften hinzu. Dort können Spielmannsvereine, von Wertungsrichtern eingeschätzt, ihre Leistungen vergleichen.

Fand ein solcher Wettbewerb nicht vor Kurzem in Markkleeberg statt?
Ja, genaugenommen waren es die 27. sächsichen Landesmeisterschaften der Spielleute kurz „LAMEI2017“, mit denen unser Fanfarenzug als Ausrichter, im vorigen Jahr sein 40jähriges Jubiläum feiern durfte.

Das klingt nach viel Arbeit für den Verein, kann man dann überhaupt auch selbst im Wettkampf mitmusizieren?
Trotz der unermesslichen organisatorischen sowie vorbereitenden Arbeiten gelang es meinen Markkleebergern mit einer 15minütigen Musikschau den Titel als „Sächsischer Landesmeister der Fanfarenzüge“ zu verteidigen. Da konnten wir natürlich sensationell feiern. Ich selbst beschränke mich inzwischen bei Meisterschaften allerdings auf die Funktion als Musikschau-Coach. Mitgefeiert habe ich selbstverständlich trotzdem!

Dann nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Meistertitel, dieser Sieg hat Sie wohl zu weiteren Plänen inspiriert?
Durch den enormen Zuspruch während der LAMEI2017 von Musikfreunden und den teilnehmenden Vereinen, keimte in mir die Idee, ein Spielleutetreffen in Torgau durchzuführen. Natürlich nicht so umfangreich, aber trotzdem als kleines mehrstündiges Event für das Elbland mit immerhin sieben Klangkörpern aus Sachsen und Brandenburg.

Schön, dass Sie an Torgau gedacht haben, denn eigentlich sind Sie doch Markkleeberger?
Zufälligerweise fand der allererste Wettbewerb, an dem unser Fanfarenzug und auch ich selbst teilnahmen, 1978 auf dem Marktplatz in Torgau statt. Außerdem fühle ich mich Torgau seit über acht Jahren geschäftlich und inzwischen auch persönlich sehr verbunden. Aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass es in Torgau und in der Region Freunde und Fans dieser Musikrichtung gibt und gerade diese möchten wir mit dem Auftritt der Musikanten Freude bereiten. So schließt sich manchmal der Kreis, in diesem Fall nach 40 Jahren. Sehr dankbar bin ich deshalb dem Vorstand der Werbegemeinschaft und Centermanagerin Elke Ullrich, dass die Finanzierung aus dem PEP-Werbebudget übernommen wird.

Für alle Leser, die sich mit Spielmannsmusik nicht so genau auskennen, hätten wir gerne ein paar Erläuterungen zu diesem Metier.
Spielleute zeichnen sich im allgemeinen dadurch aus, dass das Musizieren im Stand, als auch in der Bewegung, also dem traditionellen Marschieren, möglich ist, wofür auch regelmäßig geprobt wird. Natürlich gibt es, neben Musik und Probentätigkeit, auch ein sehr reges Vereinsleben. Das besonders Schöne ist, dass in den meisten Vereinen Mitspieler aller Altersgruppen mitmusizieren können. Unterteilt werden Vereine in Sachsen im Wesentlichen in drei Kategorien, die Spielmannzüge mit Flöten, Trommeln und Lyren, die Fanfarenzüge mit ventilfreien Naturfanfaren ergänzt durch Hoch- und Flachtrommein, sowie den Schalmeienorchestern mit ihren „Schalmeien“ genannten Martinstrompeten. Die PEP-Werbegemeinschaft freut sich sehr, dass aus allen drei Sparten Vereine ihr Programm vortragen werden. Das Elbland ist mit dem “Rolandstädter Spielmannszug Belgern“ und der „Schalmeienzunft Strehla“ dabei würdig vertreten.

Was erwartet die Besucher am 21. April ab 10 Uhr?
200 hochmotivierte Spielleute und hoffentlich schönes Frühlingswetter. Das leibliche Wohl garantiert die Fleischerei Bachmann. Ab 14 Uhr beginnt das große Abschlusskonzert.
Gespräch: SWB