Simone Mägel „Die gute Seele des Hauses“

Simone Mägel führt Gäste durch das Schloss Martinskirchen und stellt auch den besonders schönen Marmorsaal vor. Simone Mägel führt Gäste durch das Schloss Martinskirchen und stellt auch den besonders schönen Marmorsaal vor. Foto: SWB/sn

Martinskirchen. 4.8.2017  Das Schloss Martinskirchen, im Stil des Dresdner Rokoko von 1754 bis 1756 erbaut, ist heute eine kleine Perle im EE-Land. Graf Friedrich Wilhelm von Brühl kaufte 1739 das Rittergut in Martinskirchen und ließ das Schloss bauen. Es diente ursprünglich als Jagd- und Lustschloss. So entstanden der großzügig angelegte Park und die Gärten.
Das Schmuckstück des Schlosses ist der Marmorsaal mit dem einzigartigen Deckengemälde und den zwei Marmorkaminen mit hohen Spiegelaufsätzen. So durfte das Schloss eine wechselvolle Geschichte erleben. Im April 1992 übergab die Treuhand das Schloss in die Hände der Gemeinde Martinskirchen. Von 1991 bis 1997 führte die Brandenburgische Schlösser GmbH Restaurierungsarbeiten am Schloss durch.

SWB: Frau Mägel, man sagt im Ort und auch anderswo, dass Sie die gute Seele des Hauses sind?
Simone Mägel: Das könnte so stimmen. Ich bin 1989 von Leipzig nach Martinskirchen gezogen und wohne mit meinem Mann auf dem ehemaligen Gut. Da wir gemeinsam viele Schlösser besuchten, wuchs das Interesse, auch vor Ort die Geschichte aufzuarbeiten. Mit der Gründung des Heimatvereins oder die Mitgliedschaft bei der Feuerwehr nahm alles seinen Lauf. 2013 gründete sich der Förderverein Schloss Martinskirchen. Vorsitzende ist Katrin Degen. 20 Mitglieder engagieren sich.

Liegt Ihnen das Schloss so sehr am Herzen?
Wie sagt man da so schön, ich bin reingewachsen. Mein Interesse zum gesamten Areal stieg, ich trug Fakten zusammen und erstellte eine Internetseite. Je mehr man sich damit befasst, um so fesselnder gestaltet sich die Geschichte. Doch sollten die Fakten nicht nur auf Papier geschrieben sein, sondern auch publik gemacht werden. Denn in unserer Satzung heißt es unter anderem auch, die Entwicklung des Schlosses zum touristischen Schwerpunkt am Elbradwanderweg voran zu bringen.

Auch wenn noch vieles am Schloss sanierungsbedürftig ist, haben Sie mit dem Marmorsaal einen echten Hingucker vor Ort?
Dieses besondere Highlight nutzen wir, um die Öffentlichkeit auf uns aufmerksam zu machen, immer mehr. Der Förderverein organisiert und führt kulturelle und künstlerische Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen, Märkte, Theateraufführungen und Buchlesungen. Wir sind selbst viel unterwegs auf Konzerten und knüpfen Kontakte, um interessante Künstler nach Martinskirchen zu holen. Uns liegt es am Herzen, jungen Künstlern das Schloss als Bühne anzubieten.  So beispielsweise die „Weberknechte“, die erneut im Rahmen der Kulturfestspiele Schlösser und Gärten der Mark am 9. September um 15 Uhr  im Marmorsaal auftreten. Karten gibt es schon jetzt. Aber erste Besucher äußern auch schon Konzert-Wünsche.

Wie äußern sich die Besucher von Schloss Martinskirchen, wenn sie den Marmorsaal betreten?
Zuerst kommt meist ein wow, genial hinterher und dann Stille. Denn diese Schönheit erwartet kaum jemand der Gäste hier im kleinen und beschaulichen Ort.

Sie übernehmen im Schloss noch einen besonderen Part?
Es gibt nicht nur die Möglichheit, hier Konzerte zu erleben, sondern auch an Führungen teilzunehmen. Wir öffnen die Türen vom Schloss immer am zweiten Sonntag im Monat vom 1. Mai bis 31. Oktober, jeweils von 15 bis 17 Uhr. Eine Führung biete ich dann um 15 Uhr an. Alles rund um die Geschichte des Schlosses erfahren die Zuhörer. Diese Art der Übermittlung gefällt mir immer mehr. Es macht riesig Spaß, wenn Besucher aus der Region oder von weit her Interesse bekunden und eine Frage nach der anderen stellen. Dienstag, Donnerstag und Freitag haben wir zusätzliche Öffnungszeiten jeweils von 10 bis 11 und von 14 bis 16 Uhr.

Besteht auch die Möglichkeit, bei Ihnen im Schloss zu feiern?
Ja, gerade vor einigen Wochen mieteten sich Silberhochzeitspaare aus dem Ort Räumlichkeiten an. Da gibt es noch viel Potential. Auch Trauungen wären im Marmorsaal möglich. Das Schloss war ebenfalls Kulisse für ein Video. Einen Märchendreh gab es ebenfalls. Und der Weihnachtsmarkt wird ebenfalls immer beliebter. 2017 ist er am ersten Dezemberwochenende geplant. Die Erlöse fließen in die Sanierung des Schlosses

Jetzt steht ein Tag der offenen Tür auf dem Programm?
Am 13. August laden wir dazu ein. Um 17 Uhr beginnt das Konzert Matanga-Gesänge mit der Gruppe Samaclanka. Karten gibt es unter 0157 75747722. Nähere Infos auch unter www.fv-schloss-martinskirchen.de

Gespräch: Serena Nittmann