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Jan Giehrisch: „Kunst in der Heimat“

Jan Giehrisch: „Dieses Jahr locken Themen aus der Lommatzscher Pflege zum Kunst- und Handwerkermarkt nach Gostewitz. Die Künstler und Handwerker orientieren sich an der Heimat.“ Jan Giehrisch: „Dieses Jahr locken Themen aus der Lommatzscher Pflege zum Kunst- und Handwerkermarkt nach Gostewitz. Die Künstler und Handwerker orientieren sich an der Heimat.“ Foto: SWB/Peter Noack

Riesa, 19.05.2017. Der Kunst- und Handwerkermarkt im WohnKulturGut (WKG) in Gostewitz hat sich zu einem interessanten Ziel am Pfingstwochenende etabliert. Jan Giehrisch stellt das diesjährige Programm vor und informiert darüber, was sonst noch im WKG passiert.

SWB: Herr Giehrisch, welchem Thema widmet sich der diesjährige Markt?
Jan Giehrisch: Am 4. und 5. Juni, jeweils von 10 Uhr am Pfingstsonntag bis 19 Uhr und Pfingstmontag bis 18 Uhr öffnet der Kunst- und Handwerkermarkt seine Pforten. Nachdem wir in den letzten Jahren immer weit gereist sind, um diese Veranstaltung vorzubereiten, liegt das Thema diesmal direkt vor der Haustür. Denn in diesem Frühjahr bereisten wir die Lommatzscher Pflege, welche am 1. September im Jahre 1517 im Kloster St. Afra zu Meißen in einer Stiftsurkunde erstmals urkundlich Erwähnung fand. Die Lommatzscher Pflege ist wegen ihrer Lößböden von höchster Qualität eine traditionell ländlich geprägte Gegend, umgeben von den vier Städten Meißen, Riesa, Döbeln und Nossen. In der malerisch hügelig geprägte Landschaft findet man vielen kleine und kleinste Ortschaften, die in der Regel nur aus wenigen Drei- und Vierseithöfen bestehen. Menschen und Landschaft aus unserer direkten Umgebung haben wir besucht und werden die Eindrücke in künstlerischer Form präsentieren.
Welche Künstler waren bei der Projektfahrt dabei?
Unser Team bestand aus dem Fotografen Matthias Seifert, dem Grafiker Markus Retzlaff, dem Maler Jochen Rohde und dem Grafiker André Uhlig.
Wie sah ihr Programm aus?
Es war anstrengend, aber hochinteressant und nach einem straffen Zeitplan organisiert, den wir innerhalb einer Woche abgearbeitet haben. Wir hatten mehr als 25 Termine vereinbart und sind 500 Kilometer gefahren. Es war also doch ein ganz schönes Stück Land, das wir bereist haben. Wir haben bodenständige fleißige Menschen getroffen. Wir kamen mit Landwirten und Handwerkern ins Gespräch, die seit Generationen ihrer oft anstrengenden Arbeit nachgegangen sind, bescheiden geblieben sind, aber über einen riesigen Erfahrungsschatz verfügen. Wir haben zum Beispiel das Meißner Schwein besucht. Diese Züchtung hat ihren Ursprung in der Lommatzscher Pflege im 19. Jahrhundert. Ein altes Ehepaar in Mettelwitz züchtet es noch heute. Wir erlebten jeden Tag solche einzigartigen Begegnungen.
Was erwartet die Besucher nun zu Pfingsten in Gostewitz?
Ein Mittelaltermarkt mit bäuerlichen und handwerklichen Traditionen, die wir selbst vorgefunden haben. Wir wollten nicht noch einmal 500 Jahre warten, um die erste urkundliche Erwähnung der Lommatzscher Pflege zu würdigen. Neben Künstlern und Handwerkern wird zum Beispiel der Auenhof Ostrau dabei sein, der seit 17 Jahren Biogemüse produziert. Einer Falknerin und einer Glasbläserin kann man bei der Arbeit zusehen, ja und wir werden unsere Exponate in einer umfangreichen Ausstellung zeigen. Die Musikschule des Landkreises lädt am Pfingstmontag ab 14 Uhr zu einem Konzert ein und täglich wird im Garten Theater gespielt. Die Märchenkutsche der Bücherfreunde Riesa startet vom Hof aus ihre Fahrt, auch Erwachsene sind als Begleitperson geduldet. Ein Puppentheater zeigt „Hase und Igel“ sowie „Alles Kokolores Frau Holle“. Das gastronomische Angebot ist ebenfalls regional, zum Beispiel mit "Lummtscher Krautmosch" aus der Feldküche. Wir hoffen auf schönes Wetter, können aber auch ohne Sonnenschein unsere Ausstellung und unser Programm bieten, denn in unserer großen Scheune ist viel Platz und dort regnet´s seit 2012 nicht mehr.
Was passiert mit der Ausstellung nach dem Kunst- und Handwerkermarkt?
Nach Pfingsten wandert die Ausstellung nach Lommatzsch ins Schützenhaus. Sie wird dort im Rahmen des am 9. Juni stattfindenden interdisziplinären Symposiums unter dem Motto „Wo Werte wachsen“ gezeigt.
Was bietet außerdem das Wohnkulturgut in diesem Jahr an?
Vom  26. bis zum 30. Juni  ist die 25. Riesaer Sommerakademie bei uns zu Gast. Diese Traditionsveranstaltung des Kulturfördervereins Riesa e. V. in der ersten Ferienwoche ist sehr begehrt, weil man sich hier künstlerisch ausprobieren und von erfahrenen Künstlern viel lernen kann. In den Kursen Schmieden, Malen aus der Stille, Bildhauerei Holz, Fotografie sowie Rock und Pop sind sogar noch einzelne Plätze frei. Es wird auch einen speziellen Kurs mit verschiedenen Kunstrichtungen für Kinder geben. Eine interessante Veranstaltung für Bauwillige, Fachleute und Interessierte wird am 2. September die DorfBauKultur-Werkstatt „Alte Häuser kosten Energie?“ im WohnKulturGut Gostewitz sein. Das ist gleichzeitig das Finale der Energiewoche der Stadt
Riesa. Am 2. Adventswochenende findet nun schon beinahe traditionell die Gostewitzer Hofweihnacht statt. Ansonsten ist es wichtig, dass in diesem Jahr die zwei Mietwohnungen fertig werden. 2018 dann, gibt es wieder ein paar Termine mehr in Gostewitz. Gespräch: Peter Noack