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Uwe Narkunat: „Überall sollte er spürbar sein“

Uwe Narkunat: „Stadt der Begegnung.“Foto: SWB/HL Uwe Narkunat: „Stadt der Begegnung.“Foto: SWB/HL

Torgau, 21. 4. 2017.  Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt Uwe Narkunat, Geschäftsführer der Torgauer Kulturbastion und Mitglied im Festkomitee Elbe Day, warum der Elbe Day noch zeitgemäß ist.

SWB: Finden Sie, dass dem Elbe Day in Torgau genügend Rechnung getragen wird?
Uwe Narkunat: Der Elbe Day ist ein Markenzeichen für Torgau – einzigartig. Ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind, das Alleinstellungsmerkmal für die Stadt weiter auszubauen. Es gibt gute Ansätze und Initiativen aus dem Rathaus. Sehr gut ist, dass sich die Händler der Innenstadt in diesem Jahr beteiligen, länderspezifische Dinge wie Essen und Musik präsentieren. Diese Eigeninitiative, von innen heraus, nicht von oben verordnet, begrüße ich. 

Ist diese Eigeninitiative das Mittel, um dem Elbe Day neues Leben einzuhauchen?
Ein Mittel, weil die Eigeninitiative von Torgauern, die hier leben und arbeiten, selbst kommt. Das wünschte ich mir häufiger, diese Identifikation mit der Stadt, die auch Stadt der Begegnung ist.

Ist der Elbe Day überhaupt noch zeitgemäß?
Absolut, ja. Angesichts der gesamtpolitischen Gemengelage kann Torgau überregional ein Zeichen setzen. Der Elbe Day ist ein Friedensfest. Bei allen Akteuren sollten sich der ideelle und gemeinsame Gedanke verbinden: Dann haben wir am Ende alle gewonnen, auch die Stadt.

Wird ausreichend Werbung für den Elbe Day gemacht?
Wir unternehmen große Anstrengungen, um alle wichtigen Werbe-Kanäle zu bedienen. Die Außendarstellung ist beispielsweise mit unseren hochwertigen, auch erklärenden Flyern professioneller geworden. Sicherlich spielt bei der Programm-Zusammenstellung auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Es ist ein Widerspruch, alles kostenlos für die Leute anzubieten und gleichzeitig zu überlegen, wie man alles finanziert. Sicherlich benötigt es mehr Mittel und Überlegungen, um das  Programm über drei Tage noch attraktiver zu gestalten. Die ganze Stadt sollte ergriffen sein vom Elbe Day. Überall sollte er spürbar sein.

Wie meinen Sie das?
Wenn man durch Torgau fährt, sollte man merken, dass Elbe Day ist und nicht erst im Radio davon erfahren, wenn man aus der Stadt raus ist. Es wäre wünschenswert, wenn  sich die Menschen mehr mit dem Elbe Day identifizieren. Eine Möglichkeit wäre, die Stadt entsprechend zu schmücken.

Was kann man aus Ihrer Sicht besser machen, um dem Torgauer Alleinstellungsmerkmal zu einer Renaissance zu verhelfen?
Der Elbe Day ist ein Fest für die Familie und könnte eine kulinarische Länderreise, mal etwas anderes als Bratwurst und Pommes, anbieten. Diesbezüglich verfolgen die Händler einen guten Ansatz. Wir müssen die ganze Stadt beleben und in die Aktivitäten einbeziehen, dass jeder etwas davon hat. Ich glaube sagen zu können, dass das Festkomitee unter Leitung von Oberbürgermeisterin Romina Barth sehr gute Arbeit geleistet hat.

Ist die Standortfrage – Schiffsanleger oder ostelbisches Elbeufer – ein Thema?
Das ist keine Frage des Standorts. Uns muss es gelingen, Leute von überall anzulocken. Sie müssen sich das Wochenende freihalten, weil sie unbedingt zum Elbe Day fahren möchten.

Was ist der Anteil der Kulturbastion am Elbe Day?
Der ist vielfältiger Natur. Wir organisieren Programmpunkte, stellen Technik, Know-how und Men-Power zur Verfügung, betreuen die Künstler und gestalten mit dem DIZ das Erzähl-Cafe am 25. April ab 10 Uhr zum Thema Flucht und Vertreibung.

Vereine kochen in Torgau gern ihr eigenes Süppchen. Vielen Besuchern schmeckt die Suppe, sprich das Angebot der Kulturbastion. Welches Erfolgsrezept steckt dahinter?
Ein eingespieltes Team und Mitarbeiter, die unseren Gästen das Gefühl geben, herzlich Willkommen zu sein. Wir stellen uns den Herausforderungen, zu arbeiten, wenn andere Leute Feierabend oder Wochenende haben. Dazu kommt unser generationsübergreifender Kultur-Mix. Wichtig ist, dass wir uns von keiner Seite vereinnahmen lassen, unsere Unabhängigkeit bewahren und selbst von uns überzeugt sind. Natürlich geht das nur mit starken Partnern wie Landkreis, Stadt, Kulturraum und Besuchern.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Sie wissen, wofür sie es tun! Nicht nur für ihr Gehalt, sondern auch, weil sie in zufriedene Augen der Künstler und Gäste blicken. Alle sollen sich wie zu Hause fühlen und wenn sie sagen: Es war ein schöner Abend, sind auch wir zufrieden. Ich denke, dass wir mit den Übernachtungen Synergieeffekte für die Stadt schaffen, wir kaufen unsere Lebensmittel regional. Nicht nur mit dem Catering in der Kulturbastion sind wir bei vielen Künstlern in positiver Erinnerung geblieben. Sie kommen gerne wieder nach Torgau, auch wenn sie vorher noch nie etwas von der Stadt gehört haben.

Dennoch ruhen Sie sich nicht auf den Lorbeeren aus.
Wir sind immer bestrebt, Neues zu machen und halten die Augen offen, lassen uns auch inspirieren. Unser Kino ist digitalisiert und klimatisiert. Dann legen wir Wert auf Nachhaltigkeit, unterstützen Entwicklungshilfe-Projekte, sind uns durchaus unserer Verantwortung bewusst. Engagement und Kultur gehören für uns zusammen.  

Torgau versucht in diesem Jahr auch ein Stück vom „Reformations-Kuchen“ abzuschneiden.
Was mir fehlt, ist eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Geschichte. Das Konterfei Luthers ziert alle möglichen Produkte: Bei dieser Art der Vermarktung ist schnell der Punkt erreicht, wo es den Leuten zuviel wird. Dabei  bringt das Leben täglich neue Herausforderungen mit sich, den es sich zu stellen gilt.

Welche Höhepunkte warten in diesem Jahr in der Kulturbastion?
Wir bleiben uns mit dem eingeschlagenen Weg und unseren Angeboten treu, haben Torgau und unsere Einrichtung bei der Kulturbörse in Freiburg Ende Januar gut präsentiert. Unsere Anstrengungen, wieder hochkarätige Künstler nach Torgau zu locken, waren von Erfolg gekrönt. So gibt es dieses Jahr vier Open Airs. Am 13. Mai laden wir zu einem „Interkulturellen Treffen“ mit Picknick unter dem Motto „Chillen und Grillen mit Sonnenbrillen“ ins Strandbad. Und unser Theaterprojekt mit 14 Teilnehmern im Alter von 14 bis 60 Jahren unter Anleitung unserer engagierten Jugendbetreuer öffnet mir das Herz.

 Gespräch: H. Landschreiber

Elbe Day 2017 vom 25. bis 30. April, das Programm auf www.torgau.eu