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„Nimm ein Ei mehr!“

Angelika Biebl liebt ihre Arbeit. Angelika Biebl liebt ihre Arbeit. Foto: M&M

Wildenhain Sie mag ihr Frühstücksei am liebsten wachsweich und das, wenn möglich, jeden Morgen. Doch Angelika Biebl nimmt nicht jedes x-beliebige Ei, denn sie vertraut auf die Qualität regionaler Erzeuger, zu denen auch sie indirekt gehört …
Ursprünglich hatte Angelika Biebl den Beruf der Keramikerin im nordsächsischen Torgau gelernt. „Bereits Mitte der 1980er-Jahre absolvierte ich eine zweite Ausbildung zur Tierwirtin mit der Spezialisierung auf die Geflügelproduktion“, erinnert sie sich. „Im Mai 1996 kam ich dann zur Erzeugergemeinschaft Agrarprodukte e.G. Wildenhain. Heute betreue ich eigenverantwortlich unsere Frischeierproduktion hier in Wildenhain.“ Viel Arbeit habe sie, aber das sei auch gut so. „Mein Beruf ist sehr abwechslungsreich“, erzählt Angelika Biebl. „So wie kein Ei dem anderen gleicht, so ist auch jeder Tag hier anders. Um 6 Uhr beginne ich meinen Dienst mit der täglichen Kontrolle des Bestandes. Neben dem Gesundheitszustand unserer Tiere kontrolliere ich auch das Angebot an Futter und Wasser, das unseren Tieren rund um die Uhr zur Verfügung steht. Täglich werden Eier abgenommen. Man muss dabei auch nach verlegten Eiern schauen, schließlich haben unsere Tiere auch die Möglichkeit zum Freilauf, zumindest solange keine Stallpflicht herrscht.“
Das Tierwohl steht nicht nur bei Angelika Biebl im Mittelpunkt, sondern im gesamten Bereich der Erzeugergemeinschaft. Schließlich produziert man hier ausschließlich mit regionalen Partnern für den regionalen Markt. Unter der seit 1998 bestehenden Erzeugergemeinschaft „Mitteldeutsches Bauernhof-Ei“ werden die Eier aus Freiland- und Bodenhaltung und seit diesem Jahr auch in Bio-Qualität in der Eilenburger Straße in Torgau für den Verkauf und die weitere Vermarktung vorbereitet. Entweder als Frischei mit weißer oder brauner Schale oder – und auch das ist seit diesem Jahr neu – ganzjährig als gekochtes Ei mit herrlich bunt gefärbter Schale.
Jederzeit ist dabei nachvollziehbar, woher das Ei kommt. „Das Ei ist das einzige Lebensmittel, das fix und fertig verpackt aus dem Tier kommt“, meint Matthias Böbel, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft, augenzwinkernd. „Und der Verbraucher kann jederzeit das Ei bis in den Stall zurückverfolgen, in dem es gelegt wurde. Denn genau hier beginnt die lückenlose Nachweiskette, bei der das Ei eine Nummer aufgestempelt bekommt, mit der man sich im Internet auf www.was-steht-auf-dem-ei.de informieren kann.“
Nur Hühner, denen es gut geht, legen auch gern gute Eier. Im Schnitt pro Tier und Jahr rund 310 Stück. Dabei haben die Hühner eine nur einjährige Dienstzeit, und die beginnt mit einem Lebensalter von 18 Wochen. In diesem Alter kommen die Junghühner in die Erzeugergemeinschaft, bevor sie mit etwa 20 Wochen beginnen zu legen. Um die Erzeugung bester Qualitätseier sicherzustellen, setzt man auf eine tiergerechte Haltung mit hochwertiger, nicht genveränderter Ernährung und mit viel Platz zum Umherlaufen, Scharren, Picken und Flattern.
Diese Rahmenbedingungen schaffen verantwortungsvolle Mitarbeiter wie Angelika Biebl. „Wir arbeiten mit Lebewesen und Lebensmitteln“, sagt sie und wirbt für den Beruf. „Zuverlässigkeit, umfassendes Wissen, Tierliebe und den nötigen Blick für das Wohlergehen der Tiere sind Voraussetzung. Und wir Mitarbeiter sind an jedem Tag im Jahr für unsere Tiere da. Auch der Umgang mit Technik – also mit Maschinen bis hin zur Computertechnik – sollte von Interesse sein. Der Lohn sind im Endeffekt unsere zufriedenen Kunden, die ihre regional erzeugten Eier bei uns im Hofladen in Altenbach sowie auf den regionalen Wochenmärkten, wie zum Beispiel in Leipzig, Eilenburg oder Taucha, bekommen.“ Die vermarkteten Eier stammen von regionalen Geflügelbetrieben aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Hier befinden sich auch die langjährigen Kunden und Partner in Gastronomie und Handel.
Unter dem Markennamen „M-Ei-ns“ spielen Kundennähe und Transparenz eine übergeordnete Rolle. So erfährt der Kunde, abgesehen vom Stempel auf der Ei-Schale, viel Wissenswertes über den jeweiligen Erzeuger bzw. den jeweiligen Legebetrieb auf einem beigefügten Einlegeblatt. „Nimm ein Ei mehr!“ – dieser Werbeslogan aus der DDR hat in der Erzeugergemeinschaft heute umso mehr seine Berechtigung. Denn vom Besten des Besten kann man auch mal eins mehr nehmen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.landwirtschaft-nordsachsen.de

SWB