„Brote entspannen sich“

Herzberger Gymnasiasten schauten in der Falkenberger Bäckerei Hoffmann vorbei und packten selbst mit an.  Ihre frischen Brötchen und Brote durften sie dann auch verkosten. Herzberger Gymnasiasten schauten in der Falkenberger Bäckerei Hoffmann vorbei und packten selbst mit an. Ihre frischen Brötchen und Brote durften sie dann auch verkosten. Foto: sn

Falkenberg  Die Berufsorientierung stand als Thema im Fach Seminarkurs der 11. und 12. Klassen vom Herzberger Melanchthon-Gymansium im Mittelpunkt. Michael Kipp, Jonas Müller und Brian Ben übernahmen im Projekt „Backen“ die Aufgabe, auch die „Reformation“ mit einzubeziehen.

Die Jugendlichen wählten die Bäckerei Hoffmann in Falkenberg aus, um mehr von den Produkten zu erfahren, die sie nur aus dem Verkauf  in den einzelnen Filialen  kennen. Sie wollten nicht nur den Blick in die Bäckerei werfen, sondern beim Brot- und Brötchen- backen selbst Hand mit anlegen. Also auch Gelegenheit zu bekommen, mehr über das Handwerk des Bäckers zu erfahren. „Vorausgegangen war eine Umfrage unter den 12. Klassen, welches Handwerk interessant wäre“, verriet Jonas Müller und erzählte, dass andere Schüler Themen wie den Schwertkampf, Kräuterkunde, Musik und Tanz sowie Bogenschießen für die Schüler der 9. Klassen vorbereitet hatten. „Werden Sie selbst zum Bäcker“ nutzten die Gymnasiasten im doppelten Sinne. Sie meldeten sich bei Bäckermeister Andreas Hoffmann in Falkenberg an. „Ich möchte den Jugendlichen darlegen, wie früher der Teig reifte und im Reisigbackofen gebacken wurde. Aber auch aufzeige, wie man heute sich der alten Handwerks-traditionen besinnt, also nicht mit Hefe bäckt, sondern wieder auf der Basis von Sauerteig“, so der Chef. Der Teig für Brot und Brötchen reift 48 Stunden in der Kühlung, wird von Hand umgestürzt, abgewogen und abgestochen. 500 Gramm benötigt man für ein Brot und etwa 100 Gramm für ein Brötchen.
Gemeinsam mit Sohn Christian, ebenfalls Bäckermeister und 2006 in den Familienbetrieb eingestiegen, verarbeitete er mit den Jugendlichen den Teig.

Pauline Eger aus Uebigau bewertete dies ebenso wie Marie Schwonke aus Rahnisdorf höchst interessant. Auch Kiara Kendzia aus Herzberg fand die Knetaktion cool. Wenn sie sich beruflich eher für die Medizin interessiert, hatte sie solch eine Präsentation in der Bäckerei noch nicht erlebt. Leonie Miech aus Kölsa konnte da schon besser mitreden, denn Mutti Doreen ist in der Bäckerei Konditorin und die Jugendliche selbst arbeitete als Ferienjob oder Praktikum vor Ort. So erklärte Bäckermeister Andreas Hoffmann den Jugendlichen beim Portionieren, dass die Produkte nach alter Tradition hergestellt und man jetzt auch Rohlinge anbiete, die nur zur Hälfte gebacken sind. Gekühlt im Kühlschrank sind diese eine Woche haltbar. Es besteht auch die Möglichkeit, diese einzufrosten. Zu Hause könne der Kunde die Rohlinge dann frisch aufbacken und habe auch Sonntag ofenfrische Ware. Dann entwickeln sich die Geschmacksstoffe richtig.

So verfolgten die Gymnasiasten den Weg von der Portionierung, über das Backen bis hin zum Eintüten. „Die Brote entspannen sich“, erklärte Christian Hoffmann die Zeit, bevor sie in den Ofen geschoben wurden. Alle liebten den frischen Duft von den Brötchen, da folgte sofort die eine oder andere Verkostung. Interessant fanden die Schüler, dass im Familienbetrieb, die Bäckerei gibt es seit 1956, im Monat 12 Tonnen Mehl, und 5000 Eier verarbeitet werden. Gestellt wurde auch die eine oder andere Frage zu den exklusiven Spezialitäten der Bäckerei Hoffmann.

Die Jugendlichen stuften gemeinsam mit den begleitenden Lehrern Gudrun Andrich und Dirk Grunewald es als äußerst interessantes Projekt und besondere Schulstunde mit der Möglichkeit ein, mehr über ein altes Handwerk zu erfahren.
SWB/Serena Nittmann